Wir beide zusammen…

In den letzten Tagen erreichen mich immer mehr Mails in denen gefragt wird, wann der Vorverkauf für das neue Album startet und wo man es am besten bestellen sollte, wenn man Label und Künstler entsprechend unterstützen möchte.
Wir sind davon ausgegangen dass es sehr nahe liegt, wo man dann bestellen sollte. Na klar im AudiolithShop
Wenn keine Handelspartner, wie z.B. Amazon und oder Plattenläden dazwischenhängen, nützt uns der Verkauf am meisten. Von dem Preis der bei Amazon gezahlt wird, geht weniger als die Hälfte ans Label und der muss ja dann sogar was davon an den Künstler abgeben. Bei direktem Kauf gehen 100 % an uns.
Ich dachte immer dass das klar wäre, aber habe mich wohl getäuscht.

Also wenn ihr Musik so kaufen möchtet dass das Label und Künstler am meisten davon haben, dann besorgt es euch direkt bei den Labels oder Künstlern!

Eine andere Sache ist noch, dass ich zur Zeit ein neues Hobby habe:
Morgens checke ich nich nur Mails, sondern durchsuche nebenbei das Netz nach neuen Downloadlinks für mein Album, um diese dann löschen zu lassen.
Einen Monat vor Release ist ganz neu für mich. Und dass ich da nichts gegen ausrichten kann ist mir bewusst. Aber dass mir Leute schreiben: „Ey Click, deine neue Platte ist super! Bleib Dir treu! etc…“, und das obwohl sie das Album noch gar nicht haben sollten (und das wissen diese Personen ja auch), ist schon komisch. Oder?
Was das Label davon hällt will ich hier erst gar nicht schreiben!

Ich finds toll, dass die Nachfrage nach der Platte groß ist und das es da draußen Menschen gibt die auf meine Musik stehen. Das macht mich sehr glücklich.
Aber wenn ihr uns unterstützen wollt, dann kauft euch die Sachen.
Ein Rapidshare Link ist nicht das Selbe wie ein fertiges Produkt mit Cover, Texten und Verpackung.

Das Album kann ab dem 23.01. im AudiolithShop vorbestellt werden. Ab dem 30.01. sollte es auch bei jedem gut sortiertem Plattenhändler zu finden sein und Amazon etc bieten es ja eh schon an.

Die LP Version kommt in weißem Vinyl, inkl dem Album auf CD und Poster!


100 Antworten auf “Wir beide zusammen…”


  1. 1 stoffl 15. Januar 2009 um 14:41 Uhr

    jo, das is ja ma n ding. was mich auch schon immer interessiert (es ist ja bei metallica zb. auch oft so…): wie kommt es, dass vor dem rauskommen die ganzen alben schon online getauscht werden?

  2. 2 anonymous 15. Januar 2009 um 15:25 Uhr

    hallo,

    ich finde das neue album auch sehr schön.

    finde auch nichts schlimmes daran, dass man es schon herunterladen kann. ich glaube eher, dass es dir helfen wird, weil die verbreitung im netz viele leute erst auf die idee kommen das mal zu hören. außerdem hast du recht wenn du sagst, dass du nichts daran ändern können wirst.

    ich werde mir die neue platte nach erscheinen kaufen.

    wirds die vinyl auch auf der tour zu kaufen geben? was wird diese kosten (im vergleich zur cd)?
    ist auf der tour kaufen noch künstlerfreundlicher?

    viele grüße

  3. 3 click 16. Januar 2009 um 10:07 Uhr

    Ich glaube du hast einiges missverstanden,
    mich nervt es tierisch, dass mir andere leute das nehmen worauf ich mich seit 3 Monaten freue, so lange liegt das fertige Album hier schon rum, man einigt sich auf eine releasedatum, und so lange wartet man dann und hällt es zurück,
    das fällt mir jedesmal sehr schwer, ich möchte es gerne sofort leuten zeigen, vorspielen, in die hand drücken….
    jetzt haben andere leute mir diesen moment, den grund genommen….

    das saugt!

  4. 4 m. 16. Januar 2009 um 12:41 Uhr

    guten tag.
    also um mal kurz darauf zu kommen… ich habe noch gar nicht nach nem download gekuckt, aber da es die platte ja eh als cd zum vinyl dazu gibt muss ich das auch gar nicht.
    habe übrigens gerade bei amazon vorbestellt… ich kenne die situation mit band und vertriebskauf… hatte aber leider eh schon sachen da zu bestellen und nen gutschein und portokosten sparen… also sorry.
    aber hey, die letzten beiden hab ich dir direkt abgekauft.

    trotzdem alles gute mit der platte…
    udn ich bin noch tierisch gespannt weil ich auch gerne auf den moment warte wo die karre bei mir zu hause ankommt und ich das ding auflegen kann.
    in diesem fall hab ich nur mal ne ausnahme gemacht und mir den vorabsong schon angehört.

    ich bin gespannt.
    ahoi, der m.

  5. 5 tp 16. Januar 2009 um 15:01 Uhr

    click, du widersprichst dir selbst, wenn du einerseits richtigerweise sagst, der Rip sei nicht das gleiche wie „das fertige Produkt“ und andererseits darüber jammerst, man habe dir dieses Produkt vor VÖ quasi geklaut. Das ist albern – als ob da jemand in der Fußgängerzone stehen und die Platten verschenken würde! Es haben bloß ein paar Leute die Musik gehört, mehr nicht. Wird wohl noch genügend Leute geben, mit denen du deinen magischen VÖ-Moment zelebrieren kannst, selbst welche, die die Musik schon kennen, denn die freuen sich dann halt über „das fertige Produkt“. Oder auch nicht, weil sie es nicht gut genug finden für nen Kauf.

    Na ja. Hast jetzt halt mit mir erstmal einen Hörer weniger, denn kaufen wollt ich mir die Platte eh nicht, fand schon die letzte nicht mehr so gut (die davor und die Split-LP hab ich im Regal).

  6. 6 Sascha 16. Januar 2009 um 15:15 Uhr

    @ tb:

    Dann kannst du mir ja die Split geben!

    Ein bisschen kindisch ist das ja von dir. tb.

  7. 7 scheckkartenpunk 16. Januar 2009 um 15:21 Uhr

    tp, die verleugnung der realen zwänge sowohl für den künstler als auch für das label geld zu verdienen, weil die sich ihre lebensnotwendigen dinge eben nicht downloaden können oder dann von dankbaren leachern damit versorgt werden und statt dessen mit so einem wirren quatsch daherzukommen läßt für dich trottel nur eine bezeichnung zu: arschloch.

  8. 8 Anonymous 16. Januar 2009 um 18:51 Uhr

    @skp:
    die verleugnung der realen zwänge für den musikkonsumenten geld zu verdienen, weil die sich ihre lebensnotwendigen dinge (außer musik und filmen und spielen und pr0n) eben nicht downloaden können oder dann von dankbaren leachern damit versorgt werden und statt dessen mit so einem wirren quatsch daherzukommen läßt für dich trottel nur eine bezeichnung zu: arschloch.

  9. 9 tp 16. Januar 2009 um 18:53 Uhr

    @Sascha: Wieso sollte ich dir meine LP geben? PRIVATEIGENTUM, Mann!

    @scheckkartenpunk: Lies vielleicht nochmal, worum es überhaupt ging, ehe du mir noch vorwirfst, ich würde durch die Verweigerung des Kaufs der Platte den armen click gefährlich nah ans Hungertuch bringen. :)

  10. 10 scheckkartenpunk 16. Januar 2009 um 19:55 Uhr

    ich hab’s gelesen und bezweifle, daß du den einblick hast, welchen effekt bei welchem bekanntheitsgrad und welcher labelgröße solche veröffentlichungen vor release haben. vom gegenteil hast du mich jetzt auch noch nicht überzeugt.

    @anonymous: du bist ja ein ganz besonderer witzbold. der click soll halt also andere lohnarbeit zum überleben leisten. das klingt sehr logisch. am besten alle betreiben nur noch lohnarbeit in den sparten, die von dir als lebensnotwendig ausgemacht wurden. denn jede andere ist sowieso obsolet. außer dem nackten überleben braucht man nichts – solche ehlendsverwalter wie du sind mir unsympatisch.

  11. 11 anonymous 17. Januar 2009 um 1:02 Uhr

    wirds die vinyl auch auf der tour zu kaufen geben? was wird diese kosten (im vergleich zur cd)?
    ist auf der tour kaufen noch künstlerfreundlicher?

  12. 12 fatalflaw 17. Januar 2009 um 13:29 Uhr

    @skp: was soll ‚n dieses bescheuerte rummoralisieren?
    da hat also jemand das album eines künstlers, sogar noch vor
    dem offiziellen vö termin, einfach so heruntergeladen und erdreistet
    sich, dass auch noch auf dem blog des künstlers zuzugeben; na
    so ein arschloch.
    wer sich im jahr 2009 immer noch über illegales filesharing
    beschwert verleugnet die realen zusammenhänge.

  13. 13 Difficult is Easy 17. Januar 2009 um 14:22 Uhr

    @skp:
    1. mir ist tatsächlich völlig stulle wie click sein geld verdient. wenn click sich nich mit musik über wasser halten kan, weil keiner seinen kram kauft und alle nur runterladen, soll er halt was anderes machen. ich bin keine arbeitsbeschaffungsmaßnahme für musikheinis oder sonstwen. als ich meinen vetrag bei der telekom gekündigt habe, hab ich mir auch keine gedanken um stellenabbau gemacht.

    2. in welchen sparten man seinen verdienst zusammenkratzt is mir ebenso stulle. womit auch der rest deines kommentars erledigt wär, der sich auf das luftschlos der annahme einer bestimmten arbeitsstellenmoral meinerseits aufbaut. wenn click mit seiner musik geld macht, dann wundere ich mich aus geschmacksgründen halt drüber, aber why not. will smith macht auch geld und uli krug auch.

    3. dir gehts hier nur um einen typen dessen musik du magst (oder den du sogar persönlich magst, whatever), andere tun das eben nich. mach doch ne soli-party, wenn dir um sein auskommen gelegen is. und achte an der tür auch ja drauf, dass bloß keine fremdgetränke reinkommen.

    4. anonymous war ich. hab mich leider nich richtig eingeloggt. nur mal so.

  14. 14 Difficult is Easy 17. Januar 2009 um 14:26 Uhr

    ich war der Anonymous mit großem A. der mit kleinem a stellt aber auch eine ganz wichtige frage. ist platten auf nem konzert klauen künstlerfeindlicher? dann würde ich es natürlich nur noch bei großen unternehmen machen, die nich so geschädigt werden sondern mitarbeiter entlassen können. puh, künstler gerettet!

  15. 15 click 17. Januar 2009 um 20:32 Uhr

    Oh, etwas verzögert aber einiges…

    @m.: Ich habe nur darauf antworten wollen was mich andere Leute gefragt haben. Wollte niemandem vorschreiben wo er seine Musik kaufen soll. Danke für deine Vorbestellung.

    @tp : Du hast vollkommen Recht! Allerdings ist das hier mein Blog und da kann ich auch mal jammern, oder? Und es freut mich dass Dir der alte Kram von mir gefällt.

    @anonymus mit kleinem a: Ja die LP wird es auch auf Konzerten zu kaufen geben. Was sie dort kostet weiss ich zur Zeit noch nicht, das bestimmt das Label.

    @alle Anderen: Ihr regelt das sicher unter euch. So wie ich meine Steuererklärung und unseren Abwasch.

  16. 16 gaunerpack 18. Januar 2009 um 2:26 Uhr

    hm… diese diskussion find ich persönlich daneben. natürlich ists jedem selbst überlassen, welche kunst er/sie sich zulegt, und welche nicht. aber diese copyandpastegesellschaft geht mir echt auf den zeiger. es gibt künstler, die ihre musik kostenlos zur verfügung stellen, gerade, weil sie nicht bereit sind, mehr ihrer zeit darin zu investieren. aber wenn sich ein künstler dazu entschieden hat, seine freizeit für die musik aufzugeben oder sie zu seiner arbeitszeit zu machen, ist das doch völlig legitim und zu respektieren.

    wobei ich mich auch frage wie kommentator/in #1, wie es dazu kommt, dass das album schon vorher im netz ist. hat jemand im label scheiße gebaut oder es vielleicht absichtlich bereitgesellt? oder ist es vorabpromo, die irgend n magazin oder n club ins netze gestellt hat?

    zum glück kann das gefühl, kunst live zu erleben, nichts ersetzen. und nehmen kann es auch niemand.

  17. 17 tp 18. Januar 2009 um 13:14 Uhr

    Musikredakteure bekommen Promos. So einfach ist das.

    Das mit den Livekonzerten finde ich wichtig. Es ist heutzutage durchaus möglich, dass die Hälfte des Publikums beim Konzert einer Independent-Band noch nie ne Platte der Band gekauft hat, trotzdem Fan ist, das Geld aber halt für Konzerte und/oder Merchandise ausgibt. Es ist also nicht nur aus künstlerischer, sondern auch aus „betriebswirtschaftlicher“ Sicht nicht alles schlecht beim Thema Raubkopien.

  18. 18 gaunerpack 19. Januar 2009 um 18:25 Uhr

    naja, nichts rechtfertigt raubkopien und jeder hat auch sicherlich irgendwelche bei sich rumliegen. aber so wie ein maler auch seine bilder ausstellen möchte anstatt sie ins netz zu stellen, will doch sicher der musiker auch live performen, anstatt zu hause die verkaufszahlen zu verfolgen, allein schon fürs gefühl und die sicherheit, dass seine kunst geliebt wird. nur der unterschied ist, dass der maler unikate anfertigt, wobei musiker dazu tendieren, ein produkt in riesiger auflage zu verkaufen. theoretisch findet damit doch auch schon eine eigene abwertung der kunst statt. ein konzert ist eben einmalig, auch wenn oft machbar an anderen orten mit anderen leuten. doch wer allerdings die musik haben möchte, sollte sie sich auch kaufen. wenn schon, denn schon. und lieber 10-12euro für ne platte als ein paar millionen für einen gaugin :D

  19. 19 reiko 19. Januar 2009 um 23:09 Uhr

    kinder…hier prallen ja wieder Meinungsfronten aufeinander. Ich denke, jeder sollte selber seinen (Mittel-)Weg finden, wie er mit Musikerwerb umgeht. Moralkeulen vs. Achselzucken helfen da auch keinem weiter.
    Klar hätte ich gerne in die neue Platte reingehört und klar wird sie auch gekauft und bei Gefallen bekommen paar Freunde auch (gekaufte) CD´s. Klar ist aber auch die Ansage von Kevin und so etwas respektiere ich einfach.

    Auf jeden Fall Respekt, dass Kevin/Audiolith den Dialog suchen. Nur so bleiben Türen offen, dass vielleicht auch Modelle gefunden werden, die allen Musikerwerb auf verschiedenen Wegen gefunden werden.

  20. 20 Johannes 19. Januar 2009 um 23:46 Uhr

    Interessante Diskussion hier. Mein Senf:
    Ich habe viel neue, tolle Musik durch das Internet kennengelernt – allerdings ohne solche „File-Sharing“-Portale. Schuld ist daran mein Gewissen. Wenn ich die Musik eines Künstlers gerne mag, dann bezahle ich ihn auch dafür. Eine Frage des Respekts. Jetzt muss man hier (!) aber lesen, wie sich manche scheinbar noch damit profilieren wollen, illegal Musik zu „tauschen“, tststs. Und die paar Tage bis zum Release vom neuen CCD-Album kann ich jetzt auch noch warten – werde es mir sowieso erst dann kaufen, wenn der Herr Hamann mich beim Konzert im Düsseldorfer zakk demnächst überzeugen konnte. Das alte Zeug ist größtenteils super. Bin also gespannt. Und warte. Guten Gewissens.

    Und die Musik von CCD kann man auch ohne solche Raubkopien kennenlernen – es gibt auf der offiziellen Homepage (und zusätzlich bei LastFN) genug legale, kostenlose mp3s.

  21. 21 gaunerpack 20. Januar 2009 um 0:39 Uhr

    reiko: „Ich denke, jeder sollte selber seinen (Mittel-)Weg finden, wie er mit Musikerwerb umgeht.“

    das denke ich nicht. wenn man auch nur ein wenig künstlerischen anspruch in musik sieht (musik als kunst an sich, lyrik als kunst, musik als ausdrucksmittel von kreativität), würde man nicht einfach von „erwerb“ reden, wenn dabei auch filesharing in betracht gezogen wird. im grunde genommen reden wir hier auch von diebstahl, auch wenn ich mich davor sträube, sowas im bezug auf abstrakte dateien anzuwenden. hierbei betrachte ich jedes produkt eines kreativen schaffens als kunst. und mit „respektieren“ hat das rein gar nichts zu tun, wenn man den willen des künstlers nicht akzeptiert.

    ich sehe das wie johannes, was die plattformen angeht, auf denen man eh schon länger vorab einen teil des albums hören kann.

    eine idee, die mir kam und ich ganz lustig fand, war die, den eintrittspreis auf jedem konzert um 10euro hochzuschrauben, aber denn auf jede karte eine cd raufzulegen damit. so hat jeder konzertbesucher eine cd als nettes andenken und brauch sich vor dem konzert gar keine platte machen, wie er/sie vorher daran kommt. denn gibts auch noch den kleinen vorfreudeeffekt, den der künstler so liebt vor der release ;)

  22. 22 tp 20. Januar 2009 um 13:33 Uhr

    Geht euch eigentlich gar nicht folgende einfache Überlegung in den Kopf:

    Der heutige Independent-Musikliebhaber kauft in der Regel nicht weniger Platten, er kennt einfach mehr Musik. Mag für Otto-Normalkonsument und die Major-Label-Industrie nicht automatisch gelten, weil dort eben weniger Musikliebhaber anzutreffen sind, im Untergrund aber ist es genau so. Man sucht sich eben genau aus, welche Platten man auch kauft, alles andere lädt man nur runter. Früher hat man stundenlang Versandkataloge gewälzt und darunter gelitten, das nicht alles kennen zu können, weil man nicht genug Kohle gehabt hat, heute kann man alles kennen, auch ohne die Kohle. Das führt dazu, dass man auch von Bands Fan wird, die man früher niemals kennengelernt hätte, dann besucht man auch deren Konzerte, kauft deren Merch usw. Natürlich nur, soweit man sich das leisten kann. Manche Menschen können sich auch nur die Konzertbesuche leisten, wir leben ja schließlich nicht im Kommunismus, ne!

  23. 23 Difficult is Easy 20. Januar 2009 um 17:30 Uhr

    und manche wollen sich das einfach nicht leisten und geben ihr geld lieber für dinge aus, die man nicht umsonst aus dem netz bekommt.
    und ich hab auch nix gegen leute, die sich ALLES zusammenklauen (egal wo, egal was).
    wenn man sich dagegen wehrt, weil man sich da materiell geschädigt sieht, soll mans halt machen, auch kein einspruch. man steht nunmal in konkurrenz gegeneinander und es einen nutzen is des anderen schaden.
    was mich nur nervt is dann diess rummoralisieren, man solle es doch nicht SO tun.

  24. 24 fatalflaw 20. Januar 2009 um 18:39 Uhr

    @ diffi: word.

    meine kritik ging dann eben noch so weit,
    dass ich, selbst wenn man sich geschädigt fühlt und
    zur wehr setzen will, nicht glaube, dass die strategie des
    moralisierens bzw. kriminalisierens eine wirkung erziehlt.
    das haben ja mitlerweile sogar die major label eingesehen.

  25. 25 ♥Tekknoatze 20. Januar 2009 um 21:03 Uhr

    Lieber Click,
    Mal ganz einfach gefragt: Wenn ein Blog deine Platte anbietet und sie da sagen wir mal 70 Leute runterladen, wo siehst du dann den wirtschaftlichen Schaden für dich/dein Label? Zu sagen, die 70 Leute hätten sich die Platte auch gekauft ist eine so naive Rechnung, die ich zwar den großen Plattenfirmen seit Beginn den Filesharings gewöhnt bin, die man aber doch als kleines und eigentlich korrektes Label nicht noch mitmachen sollte.
    Ich habe mir z.B. seit einem Jahr ca. keine einzige Platte mehr gekauft, ganz einfach weil ich das Geld nicht habe aber bestimmt x runtergeladen. Der wirtschaftliche Schaden, den die betroffenen Künstler/Labels davon haben? 0 €. Im Gegenteil, weil ich die Platten hatte habe ich mir für die, die ich besonders mag sogar das Geld für Konzerte/Festivals zusammengespart. Wirtschaftlicher Vorteil für die Künstler/Labels? Höher als wenn Dienste wie The Pirate Bay/GMD oder nomainstream nicht existieren würden.
    Und so geht das nicht nur mir. »Immerhin« schreibt ihr noch Kommentare an die betreffenden Seiten und kommt nicht mittem Anwalt.

  26. 26 soft_brain 20. Januar 2009 um 23:01 Uhr

    Hat jemand nen DL-Link zum neuen Album?

  27. 27 click 21. Januar 2009 um 10:49 Uhr

    @Tekknoatze
    „wo siehst du dann den wirtschaftlichen Schaden für dich/dein Label? Zu sagen, die 70 Leute hätten sich die Platte auch gekauft ist eine so naive Rechnung“

    Lieber Atze, bitte zeige mir die Zeilen in denen ich davon schreibe bzw. in welchen Du das liest.

    Von dem Phänomen bzw. mittlerweile Zustand dieses Konsumverhaltens das Du beschreibst wissen wir auch nicht erst seit gestern.
    Und versuchen damit konstruktiv umzugehen.

    z.B. Biete ich auf meiner HP seit jeher viele Lieder als kostenlosen Download an, wenn ich nach alten ausverkauften Alben gefragt werde verweise ich meistens auf
    Shareplattformen, auf die ich teilweise die Sachen selber geladen hab und 2007 habe ich ein komplettes Album bei einem FreenetLabel veröffentlicht.

    Auch Das finden andere Leute naiv.
    Ich aber nicht! Ich freue mich darüber, dass Leute sich das anhören was ich mache, auf welchem Weg auch immer sie dazu gekommen sind.

  28. 28 damdam 23. Januar 2009 um 9:50 Uhr

    Ich finde den Blogeintrag schon in Ordnung. Und durchaus auch informativ (über 50% an den Händler!).
    Natürlich ist das haptische Erlebnis einer CD/LP etwas anderes wie ein paar mp3s auf dem Rechner. Schlimm ist ja nur, dass man sich manchmal CDs kauft, die sich von den mp3s kaum unterscheiden. Sprich: Zum haptischen Mehrwererlebnis der CD gehört für mich auch, dass die Verpackung so aussieht, als hätte sich jemand was dabei gedacht. Und ein Booklet ist eigentlich auch immer angebracht. Im Idealfall mit Linernotes oder ähnlichem, zumindest aber mit den Texten.

    Wie hoch sind eigentlich die Versandkosten bei audiolith für eine CD?

  29. 29 empty 23. Januar 2009 um 10:19 Uhr

    „Das Album kann ab dem 23.01. im AudiolithShop vorbestellt werden.“

    Es ist nun schon 10:19 und nichts ist vorbestellbar :‘(

  30. 30 drucker 24. Januar 2009 um 15:24 Uhr

    „z.B. Biete ich auf meiner HP seit jeher viele Lieder als kostenlosen Download an, wenn ich nach alten ausverkauften Alben gefragt werde verweise ich meistens auf
    Shareplattformen, auf die ich teilweise die Sachen selber geladen hab und 2007 habe ich ein komplettes Album bei einem FreenetLabel veröffentlicht.“
    wenn wir schonmal mehr oder weniger bei dem thema sind, was ist eigentlich aus der dvd geworden, dessen menu auf youtube kursiert.
    lad die doch auch mal hoch xD

    zum thema, ich lad mir zum beispiel ein album meistens als mp3 runter und kaufe es mir dann auf vinyl. (oder andersherum :D )

    grüße

  31. 31 click 24. Januar 2009 um 16:24 Uhr

    @Drucker:
    Ich habe keine Ahnung wieso dieses Menü im Netz ist.
    Diese besagte DVD war ein Geschenk von einem Besucher eines Konzertes in Österreich im Jahre 2006. Er hat uns gefilmt und mir später ein Exemplar zukommen lassen. Ich finde es gibt genug Live Videos im Netz und wird sicher noch mehr geben.

    Unser Kölner Konzert im März z.B. wird eine WDR Rockpalast Aufzeichnung, diese wird sicher auch später online zu sehen sein.

  32. 32 moriaty 31. Januar 2009 um 17:40 Uhr

    also ich weiß nicht ob ich hier mit meiner frage reinpasse…es mag kleinkariert wirken, aber ich habe die weiße LP am freitag oder samstag bestellt, und am montag die überweisung gesendet..heute kam zu meinem bedauern noch nichts. wie siehts aus,gibt es die limited edition überhaupt noch? kann ich noch hoffen ? bei anderen kam sie ja schon an, obwohl sie später gezahlt haben…

    grüße

  33. 33 joao lopez 19. Februar 2009 um 15:18 Uhr

    Okay, folgendes.
    Ich bin per se kein CCD-Fan. Die Diskussion hier ist eine grundsätzliche.
    CCD hat PRINZIPIELL recht mit dem, was er schreibt. Ich finde Musik klauen auch scheiße. PRINZIPIELL. Ich finde auch nicht, dass man dringend die Platten vorm Release hören muss. Ich finde es hingegen schon okay, sich eine Platte in digitaler Form vorab anzuhören, um sich schon mal ein Bild davon zu machen. Aber wenn es hier immer um Künstler und die Wertschätzung von deren Kunst geht: früher ist man zum Releasetag in den Plattenladen seines Vertrauens getapert und hat sich die Sachen da angehört bevor man sie gekauft hat. Ist den Liebhabern der Kunst ebenjene heute diesen Aufwand denn noch wert? Eben nicht. Statt dessen reden sich viele raus mit „die Platte kaufe ich dann ja sowieso, und wenn nicht dann eben nicht“. Richtig – ihr habt den Kram dann ja auch in digitaler Form auf dem Rechner, ob ihr nun Kohle dafür hinlegen wollt oder nicht. Das ist die steinzeitmäßige Jäger- und Sammler-Mentalität; das ist in den Urinstinkten des Menschen verankert. Hauptsache haben. Gutfinden ist sekundär.

    tp hatte einen ganz guten Ansatz. Die Marktmenschen überfluten zu Zeiten des Web 2.0 den Markt mit fünf neuen Hypes im Monat. Da es im Umkehrschluss aber nicht so ist, dass der Konsument dadurch automatisch mehr Geld hat, muss er sich entscheiden, welchen Hype er kauft – Geld hat er nur für einen von fünf. Also teilt sich die Kohle, die früher für einen Hype im Monat in die Kassen geflossen ist, auf fünf Hypes auf – bei satten Produktions- und Promokosten für ALLE fünf. Da ist das Verlustgeschäft vorprogrammiert. Der Konsument denkt sich nun aber: verdammt! Ich kann nicht mitreden, wenn ich die ganzen anderen Hypes kenne. Wie komme ich ran? Ich lade sie runter. Und das wiederholt sich Monat für Monat. Die Marktmenschen denken, der Konsument ist dumm und fällt auf jeden Hype und jeden noch so gefeierten Release herein, und das ist er prinzipiell auch ein bißchen. Er ist nur vor allem eins nicht: reich. So gesehen stimmt das, was tp gesagt hat: Der Indie-Mensch von heute kennt durchs Web 2.0 viel mehr als früher, kann sich aber nicht alles leisten, und selbst wenn er es könnte, würde er dem allen gar nicht gerecht werden können und wird was? Überreizt. Was entsteht durch Überreizung? Er kann alles nur noch oberflächlich touchieren, und der Kram wird was? Beliebig. Und gibt man für beliebigen Krams Geld aus? Nein, das tut man nicht. Also ist das ein Verlustgeschäft für den Markt, an dem er selbst Schuld ist – wenn man mich fragt.

    Das soll nichts moralisieren und nichts legitimieren. Es hilft nur vielleicht, das alles ein bißchen besser zu verstehen.

  34. 34 wertstahl 22. Februar 2009 um 16:51 Uhr

    wenn vor dem release alben getauscht werden, liegt das daran, das leute aus der presse und djs promo cds rippen und ins netz stellen. solche leute sind echt zum kotzen. warum kann man nicht bis zum release warten? solche leute sind echt verräter. ich habe absolut nichts gegens sharen und kopieren, aber so ein ganz bischen anstand und philosophie sollte man schon haben.

  35. 35 Snorrt 22. Februar 2009 um 16:57 Uhr

    Ist ja alles gut und schön, nur eine Sache bedenkt ihr alle nicht. Wenn ich irgendwo Hunger auf einen Burger habe, dann kann ich mir das Ding nicht runterladen. Ich kann es kaufen, oder es lassen und weitersabbern. Fast bei allen Sachen so. Nur bei Musik, Filmen und Software wird eine seltsame Kurve in der Logik ohne Probleme akzeptiert, weil es eben für alle einfacher ist. Die gibts halt, man hätte ja eh nicht genug Geld und könne das ja dann eh nicht kaufen, also entsteht auch kein Schaden, blah blah.

    Brr. Was für eine verquere Logik. Wenn ich etwas gerne haben will, dann spare ich eben und kaufe es dann. Kriege ich es dagegen umsonst, dann ist’s eben einfacher und vor allem kann ich dann von allem mehr haben. Lässt sich irgendwie nur mit dem Gier-Virus erklären, der diese Gesellschaft fest im Griff hat.

    Wenn hier die Raubkopierer fordern, dass man nicht mit Moral kommen sollte, dann fordere ich einfach mal, dass die Raubkopierer einfach zugeben, dass sie schmarotzen und jemanden betrügen, ohne sich drum zu scheren. Dann sind wir alle der Wahrheit ein gutes Stück nähergekommen und können beruhigt wieder unser aller Abwasch machen.

  36. 36 Gunnar 22. Februar 2009 um 17:03 Uhr

    Ich habe noch keinen bekannten Musiker gesehen, der mit einen Pappbecher Geld sammelt oder Hartz 4 bezieht. Geld, Herr Klick, wirst du sowieso in Unmengen verdienen. Du verneinst das wahrscheilich, aber für Miete, Strom oder für eine Füllung im Zahn wird es reichen, oder?! Wie du deine Gier hier präsentiest und das noch mit einen falschen freundlichen Ton, ist mir unverständlich.
    Filme, Musik, Bücher sollten allen frei zugänglich sein, damit jeder daraus lernen kann und nicht damit einem armen Kind oder Jugendlichen ein Medium verwehrt wird, weil die es sich die Eltern nicht leisten können.

    Wenn du ein ach so toller Musiker bist, dann such doch nach anderen Wegen deine Millionen zu schäffeln. Erstell dir eine eigene Internetseite und biete die Musik zum freinen Download an und mach deine Millionen mit Werbung oder so! Ich verstehe nicht, wie der SPIEGEL deinen Blog so preisen konnten. Für mich bist du einer der auf Kommerz gerichtet ist und nicht einer der mit seiner Musik was bewegen will.

  37. 37 Gila 22. Februar 2009 um 17:20 Uhr

    Unsere Eltern bringen uns bei, das Stehlen falsch ist. Den wenigsten File Sharern (welch Euphemismus) würde es einfallen, zu Douglas zu gehen und sich ein Parfüm ohne Bezahlung aus dem Regal zu nehmen.

    Wäre die Rechtfertigung dort nicht ähnlich? Mangels Geld hätte man sich das Parfüm schließlich sonst auch nicht gekauft, und der – rein rechnerisch auf den Herstellungskosten basierende – Materialverlust ist auch gering.

    Grundsätzlich würde ich für eine Kulturflatrate plädieren. Schade ist nur, dass die ganzen Amateure außen vor bleiben – denn auch meine Fotografien werden von Flickr geklaut, die Entwürfe von künstlerisch begabten Freundinnen kopiert oder nachgezeichnet, und wer im Web Texte veröffentlicht, scheint nach derzeitigen Rechtsempfinden eh jegliche Rechte daran aufgegeben zu haben.

    Zumindest ein gutes hat die Diskussion ja noch gebracht – über Spiegel bin ich überhaupt erst hierhergekommen. Und werde doch jetzt noch weiter stöbern gehen.

    Ich wünsche mir, dass gerade kleinere Künstler nicht alles hinschmeißen. Ganz ohne Schöngeister wäre unsere Gesellschaft doch um einiges ärmer.

  38. 38 xray 22. Februar 2009 um 17:27 Uhr

    Hi,

    ein sehr interessantes Thema, wenn auch nicht mehr taufrisch. Dafür aber umso aktueller.

    Ich seh das ganze von 2 Seiten, etwas zwiegespalten.

    Seite 1: Was viele User nicht verstehen wollen oder können, es handelt sich bei Musik um Werke. Und Werke unterliegen nunmal dem Urheberrecht, welches dem Urheber das alleinige Recht zuspricht über die Art und Weise der Verwendung seines Werkes zu bestimmen.

    Das „Problem“ bei Musik (und auch bei Software), ist m.E. das diese Werke digital vorliegen, sprich man kann das Original vervielfältigen. Bei Gemälden hätte man dieses Problem nicht, da dort das Original einmalig ist.

    Aus Respekt vor dem Künstler und der Arbeitsleistung die in Werken steckt, halte ich es für angebracht die „alles kostenlos“ Mentalität abzulegen. Es würde ja auch niemand erwarten im Supermarkt umsonst einkaufen zu können oder vom Maler für lau die Wohnung gestrichen zu bekommen. Ebenfalls möchte man auch von seinem Cheff Lohn bekommen. Spinnt man das etwas weiter, dann gäbe es irgendwann fast keine Musik mehr, da alle Musiker auf dem Bau arbeiten müssten um Asche zu verdienen.

    Seite 2: Unabhängig von den Rechten des Urhebers ist natürlich zu erwähnen das die Industrie, in diesem Fall die Labels, kräftig verdienen wollen. Auch hat man nicht bemerkt, dass sich das Rad der Zeit weitergedreht hat. Anstatt vernünftige Vertriebswege (und Preise!) über das Internet aufzubauen, versucht man lieber die Kunden zu gängeln.

    In den seltensten Fällen ist es möglich legal und vorab in Alben reinzuhören. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel ;)
    Mich verwundert es einfach nicht, wenn Menschen, anstatt in den Plattenladen ihres Vertrauens zu latschen, um dort
    in die Platte reinzuhören, lieber die Tauschbörse ihres Vertrauens nutzen. Das ist einfacher, praktischer und bequemer.

    Was vielleich auch noch ein Punkt ist, Musik CD’s sind sehr teuer. Und es wird einem entweder Musik mitverkauft die man evtl. gar nicht haben wollte(ich mag meistens nicht alle Lieder auf einer Platte) oder man wird genötigt völlig überteuerte Auskopplungen zu erwerben. Ich sehe auch hier wieder Geldgier.

    Kurzum, die Labels haben’s einfach verpennt mit der Zeit zu gehen und sehen sich nun kostenloser Konkurrenz entgegen.

    Ich persönlich könnte mir als Zukunftsmodell sogar kostenlose Veröffentlichungen im Web vorstellen, mit einer gut gemachten Seite inkl. Werbung und Spendenbutton. Erfolgreiche „Feldversuche“ dieser Art gab es schon.

  39. 39 der Graf vom Koks 22. Februar 2009 um 17:36 Uhr

    Normalerweise mache ich ums Blogs einen Bogen wie der Teufel ums Weihwasser. Bin durch Spiegel online auf diesen gestoßen und muss nun feststellen: Die Verblödung ganzer Bevölkerungsschichten nimmt inzwischen Ausmaße an, die ich kaum je für möglich gehalten hätte.
    Da schreibt jemand: Soll sich der Künstler doch einen vernünftigen Job zum Broterwerb suchen. Mmmh, interessante Logik. Was ist ein vernünftiger Job? Finanzbeamter? Sparkassenangestellter? Knöllchenschreiber?
    Ich komme selbst aus der Medienbranche, bin Freiberufler und wahrlich – ich habe keinen Vertrag mit „denen da oben“, den Managern, den Produzenten á la Bohlen und wie sie heißen. Oder wie Dirk Bach mal so schön zum Thema Absatzeinbrüche der Plattenindustrie den Produzenten an den Kopf knallte: „Habt ihr euch den Scheiß, den ihr produziert, eigentlich selbst mal angehört?“
    Wer also gute Musik wünscht, muss damit leben – dass andere von ihr leben. Natürlich können wir alles Kommerzielle verabscheuen und nur noch in unseren Kellern mit Kumpanen in die Saiten hauen oder in der rauchfreien Eckkneipe mal einen Folkloreabend organisieren. Aber was ist daran verwerflich, dass ein Künstler von seiner Arbeit auch leben möchte?
    Ich beschreibe all den W…sern, die nur ihr eigenes Brett vorm Kopp sehen, wie eine Woche in meinem Leben aussieht.
    Montags – Arbeit von 9 bis 21 Uhr.
    Dienstags – Arbeit von 10 bis 20 Uhr.
    Mittwochs – Kinder in den Kindergarten bringen, mit dem Sohn zur Frühförderung (der ist nämlich krank), dann, wenn meine Frau von der Arbeit kommt, gegen 16 Uhr, beginnt mein Arbeitstag. Donnerstags: Siehe Mittwoch.
    Freitag – meist Außentermine, Arbeit bis etwa 20 Uhr.
    Samstags – Außentermine, unregelmäßige Arbeitszeiten, oft bis in den späten Abend.
    Sonntags – bemühe ich mich, Zeit mit meiner Familie zu verbringen, meist aber arbeite ich noch einmal in den Abendstunden eine Stunde, mache Bürokram, solche Sachen.
    Ich liebe meinen Job, das bitte ich nicht misszuverstehen, ich möchte aber auch ein bisschen Geld für meine Arbeit erhalten. Merkwürdig: Klaue ich ein Auto, nennt man mich einen Dieb. Klaue ich Musik, dann, was eigentlich?

    Wisst ihr Penner eigentlich, wie viele Arbeitsplätze an der Musikindustrie hängen? Jedes Indielabel hat Bürokräfte, die mit kreativen Prozessen wenig zu tun haben. In jedem Tonstudio arbeiten Techniker, auf Toruneen braucht man Personal (meist Leute, die nix mit Musik am Hut haben), selbst Musiker sind Arbeiter. Ich kenne genügend Musiker, die in ihrer Freizeit härtesten Metal spielen, in ihrer Profession aber für Schlagerfuzzis in die Saiten greifen, weil es dafür einfach Geld gibt.

    Es gibt in der Musikindustrie zwar einen fetten und feisten Oberbau, dem ein wenig Demut nicht schaden kann. Aber es gibt auch einen gewaltigen Mittelbau. Wer da arbeitet (als Künstler), kann in der Regel zwar von seinem Job leben, aber schnelle Autos, Partys an der französischen Südküste oder aufwenige Model-Koks-Parties lassen sich nicht finanzieren. Solche Leute gehen bei Aldi einkaufen und arbeiten – ganz spießig – meist auf ein Eigenheim hin, mit zwei Kindern, einem Opel-Kombi vor der Tür und einer privaten Rentenversicherung.
    Glamourös ist das nicht. Es ist aber befriedigend, da man zumindest etwas erschafft. Ich habe selbst Fließbandarbeit verrichtet, ich weiß, wie hart so ein Tag an einer Maschine ausfällt, die Zehntausend Kleinteile auswirft, die dann sortiert werden müssen, acht Stunden am Tag. Und am Ende weiß man nicht einmal, wofür die Teile eigentlich gebraucht werden. Was ist also verwerflich daran, eine Arbeit ausüben zu wollen, die das eigene Ego befriedigt? Die man gerne macht und an deren Freuden man andere Menschen teilhaben lassen kann?

    Nun gibt es immer wieder das Argument – viele Musiker verdienen ihren Lebensunterhalt ja eh mit ihren Liveauftritten und nicht mehr durch den Verkauf ihrer CDs, Downloads, etc…
    Diesen Leuten sei ein Wort an den Kopf geknallt: Wirtschaftskrise. Wer im April 2008 noch ein Ticket für ein nettes Festival von, sagen wir, 20 Euro gekauft hat (wir bleiben auf der niederen Ebene, bei Festivals mit vielleicht ein Profiband und vielen semi-professionellen Saitenquälern), der überlegt sich heute zweimal, ob er das Geld ausgiebt. Wäre ich bei Opel beschäftigt, würde ich meine Kohle zusammen halten. So betrachtet wird es für diesen Mittelbau eh in Zukunft schwerer, denn wenn er schon keine CDs mehr verkauft, wie verdient er dann Geld?

    Kunst war schon immer Geld. Beethoven spielte verschiedene Auftraggeber gegeneinander aus, um Kompositionen zu vollkommen überteuerten Preisen verhökern zu können. Und was ist verwerflich daran, mit der Verwirklichung eines Traumes Geld verdienen zu wollen?

    Das Coyprightrecht, mit dem wir es zurzeit zu tun haben, ist problematisch. Es hat nie den Sprung vom Vinyl- ins Digitalzeitalter vollzigen. Und wenn doch, dann haben die großen Konzerne gleich dafür gesorgt, dass es nach ihren Vorgaben umgesetzt wurde (wer je an der Einrichtung einer nicht-kommerziellen Webradiostation mitgearbeitet hat, versteht, was ich meine – Bürokratie, Anmeldungswahnsinn und Lizenzgebühren, die nur noch als öbzön bezeichnet werden können – hier hat sich die große Industrie letztlich selbst einen Weg verbaut, um Musik breit gefächert und für die Betreiber solcher Stationen vollkommen legal – einem großen Publikum zugänglich machen zu können. Andererseits gibt es auch hier genügend legale Angebote, um neue Sachen zu entdecken. LastFM sei als ein Beispiel genannt.

    Ich erschieße niemanden, der eine andere Meinung hat als ich. Aber ich bitte einfach mal darum, über das Brett vorm Kopf hinaus zu denken und nicht nur die böse fette Industrie zu sehen.

  40. 40 Silke 22. Februar 2009 um 17:38 Uhr

    Bitte einen Troll-Hut mit Arschloch-Marke für „Gunnar“.

  41. 41 ClickClickDecker--Den_Umstaenden_entsprechend-(Advance)-2009-UBE 22. Februar 2009 um 18:48 Uhr

    ich bin auch durch den SpOn artikel hier und hab mir gerade erstmal das album geladen.
    ich verstehe noch nicht ganz, ob click das nun grundsätzlich nicht mag, oder ob er nur ein problem damit hat dass es schon vor‘m street-date im netz war?

  42. 42 legrandBlond 22. Februar 2009 um 19:25 Uhr

    eine Runde mitleid mit dem Grafen
    Als Musiker sollte man sich echt überlegen ob man die Kohle darin investiert eine CD aufzunehmen anstatt Coole T-shirts entwerfen zu lassen (eine CD kann man sich womöglich gratis herunterladen, man hört Sie vielleicht wenns hochkommt 50 mal an). Wie willst Du vehindern wenn deine Platte gut ist, das Leute sie um sonst wollen- So ist der Stand der Technik. Du kannst fast nur noch Geld machen wenn Du Live Auftritte mit gut bestückten Merchandise Stand organisierst. Leute zahlen nur noch für Unikate.

  43. 43 Bernie 22. Februar 2009 um 20:04 Uhr

    Einem Künstler das Recht zuzugestehen, selber darüber zu entscheiden, was er wann zu welchen Bedingungen veröffentlichen will: Ist das wirklich so schwierig?

    Und wenn man ihn für einen unsympathischen Geldsack hält: Wieso will man dann überhaupt seine Platten hören?

    @der Graf vom Koks: Sehr guter Beitrag. Was wohl passiert, wenn das Geld aus dem Musikgeschäft verschwindet? Dann gibt es nur noch Freizeitmusikanten mit Anwalts- oder Arztberuf. Das wird toll.

  44. 44 filius 22. Februar 2009 um 20:11 Uhr

    „Misstöne“ gibt es nicht nur in der Musik, auch die Wortwahl in der Kommunikation hier sollte sich auf einem gewissen Niveau bewegen.

    Zum Thema:
    Gerade was das Datum der Veröffentlichung betrifft kann ich den Ärger gut verstehen.
    Der ist eben nicht zufällig so gewählt und erfordert reichlich Disziplin von allen Beteiligten.
    Der Artikel auf SPON trifft das Problem sehr genau: die alten Regeln greifen nicht mehr und neue sind noch nicht in Sicht. Natürlich hat das damit zu tun, dass viele in der Branche nach wie vor die Dimension der Veränderung durch die Digitalisierung nicht erkennen.
    Natürlich hat das damit zu tun, dass gerade Politiker häufig gar keinen Zugang zum Thema haben – sie lassen surfen und verstehen vieles einfach nicht.
    Für mich ist völlig offen, in welche Richtung sich das Entwickelt – digitale Kleinstaaterei ist jedenfalls das letzte, was ich mir wünsche…

  45. 45 Lars 22. Februar 2009 um 20:12 Uhr

    Ich finde es immer wieder lustig, mit welch krampfiger Anstrengung sich die filesharer irgendwelche Argumente aus dem Rücken leihern, die ihrem Handeln den Anstrich irgendeiner Richtigkeit verschaffen soll.

    Wenn es Richtig sein soll, sich also allgemein anerkannt durchsetzen soll, muss erstmal ein Konsens in dieser Handlungsweise bestehen.

    Also dann: Bitte mal einen EINZIGEN Kreativen, der sein Tun so intensiv betreibt, das es als Arbeit zu betrachten ist, herbeischaffen, der Filesharing ohne wenn und aber toll findet.

    Geht nicht? Eben.

    Morgen gehe ich zu Aldi und brülle: „Ihr müsst mir Eure Produkte schon schenken, wenn Ihr wollt, dass ich morgen wiederkomme!“

    Kapitalismus hin, Kommunismus her, Abschaffung des Copyright u.ä. hinüber: Wer gute Musik hören will, muss die Musiker dafür bezahlen, dass sie nicht bei Aldi arbeiten müssen.

  46. 46 Tom 22. Februar 2009 um 20:13 Uhr

    Das Argument, das ja am Liebsten vorgebracht wird, ist ja bekanntlich, dass man sich das Album ja nur mal im Voraus anhören möchte, um sich einen ersten Eindruck verschaffen zu können.

    Aber inzwischen gibt es so unglaublich viele Seiten im Netz, die das Album oder zumindest Teile legal und in Absprache mit den Labels als Stream für eine Zeitlang online stellen, dass ein Download sicher nicht bequemer ist und fast in allen Fällen nicht nötig ist für den „ersten Eindruck“.

    Verwiesen sei hier auf myspace, 3voor12.nl oder spinner.com – und wie oft gibt es das Album auch auf der Band- oder Labelseite selbst komplett im Stream.

    Dieses Argument ist fadenscheinig, es ist einfach nur vorgeschoben.

  47. 47 Tobias 22. Februar 2009 um 20:39 Uhr

    Tschuldigung, ich versteh das Argument, dank Downloads könnte man „vorab in Alben reinhören“, die man sonst nie entdeckt hätte, einfach nicht. Die älteren unter uns werden wohl noch Platten- und CD-Läden kennen, wo man dank installierter CD-Player genau das konnte: Man stöbert ein wenig herum, quatscht mit dem Ladeninhaber oder anderen Kunden, findet interessant aussehende Cover, hört mal hier, mal dort und findet schließlich vielleicht ganz tolle Musik…

    Um sich vorher über die musikalische Qualität ein Bild zu machen, sind Downloads absolut unnötig.

  48. 48 Ceester 22. Februar 2009 um 20:46 Uhr

    Auch ich bin über Spon auf diese Diskussion aufmerksam geworden und finde sie hochinteressant… hochinteressant deshalb, da ich verwundert bin, wie im Jahre 2009 Anno Domini manche Künstler und Musiker immer noch in den Denkmustern alter Vertriebsmodelle verfangen sind – und das in der angeblich so innovativen Indie-Szene. Unglaublich! Insbesondere der Beitrag von Graf Koks (welch passender Nick…) erfreut mich sehr. Bei der Lektüre seines Pamphlets ist mir sofort ein Ausspruch vom Kabarettisten Volker Pispers in den Sinn gekommen; „Gut, wenn man weiß wer der Gute und der Böse ist. Dann hat der Tag Struktur.“

    Zuallerst: Was ist Musik überhaupt? Besteht Musik aus analogen Schallwellen oder einer digitalen Aneinanderreihung von 1 und 0, Storm und Nicht-Storm? Ist Musik Ware und wenn ja, wie definiert sich sie sich? Über eine CD, über eine Vinyl-Schallplatte oder über eine MP3-Datei? Ist Musik überhaupt Kunst oder nur ein Produkt? Vielleicht sogar ein Kunstprodukt?

    Diese Fragen sind mehr als ein Wortspiel, denn bei genauerer Betrachtung scheiden sich doch genau an diesen Fragen die Geister. Die ganze Diskussion – ob in diesem Blog oder vor Gericht in Schweden – lässt sich doch auf die Frage verdichten: Ab welchen Zeitpunkt wird es moralisch verwerflich und kriminell, Musik – also Noten, Töne, Melodien – zu konsumieren? Wann ist es ok, sich kostenlos berieseln zu lassen und ab welchen Zeitpunkt habe ich gefälligst dafür zu zahlen?! Bitte erklärt es mir, verrenkt Eure Gedanken, widersprecht Euren Argumenten, werdet zu Opportunisten und den letzten Fürsprechern einer ganzen Industrie, dessen Vertriebskonzept sich in Luft aufgelöst hat.

    Denn bringen wir es mal auf den Punkt: Ich kann mir kostenlos, legal und for free im Internet Musik anhören. Jederzeit, rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Myspace, tape.tv, last.fm, YouTube und Co. machen es möglich. Die Auswahl? Unbegrenzt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei! Die Qualität? Einwandfrei, da bluten selbst dem Musikenthusiasten die Ohren. Doch wehe, ich komme auf die Idee, jene Musikstücke, die ich als Stream, im Radio, als Untermalung bei Computerspielen oder sogar im Supermarkt an allen Ecken und Enden zu hören kriege, kostenlos runterzuladen, da ich sie vielleicht auch im Auto oder über den MP3-Player hören will. Dann hört der Spaß auf und die Rechtsanwälte (übrigens die einzige Berufssparte, die mit diesem unsinnigen Urheberrecht Geld verdient) scharen mit den Hufen. Klagen flattern ins Haus, skurrile Schadensersatzforderungen werden erhoben und während ich, meine Kinder und ihre Kindeskinder noch in 200 Jahren für der verletzte Künstlerseele der White Stripes zahlen dürfen, grölen besoffene Fußballfans von Bremen mit Madagaskar zu tausenden stundelang die Melodie der „Seven Nation Army“.

    Hallo? Merkt ihr was?!

    Wenn hier das uralte und staubige Argument aus der Mottenkiste gezogen wird, Filesharing sei Diebstahl, so sei diesen Ewiggestrigen eins nochmals gesagt: Musik ist KEINE WARE, die ENTWENDET werden kann. Ein Burger ist ein Produkt, es ist eine Ware. Ich esse den Dreck und weg ist er. Ich kann ihn nicht duplizieren und den Geschmackgenuss kann ich auch nicht teilen. Ein Parfüm? Ist schon schwieriger, aber auch hier, eine Ware: Zum einen die Flasche, zum anderen die Flüssigkeit. Doch wie sieht es mit einem Spielfilm aus? Oder ein Musikalbum? Was soll daran die Ware sein?

    Bei einer CD oder eine Vinyl-Schallplatte ist es einfach: Da habe ich ein MEDIUM, auf dem die Musik gespeichert ist, einen Tonträger den ich bezahle! Entwende ich dieses Medium, so begehe ich Diebstahl. Die Folge: Ich habe einem Menschen, dem die CD gehört, das Recht genommen, die Musik zu hören. Doch wie sieht es beim Filesharing aus? Ist es Diebstahl, wenn ich etwas hören möchte, was andere auch hören? Ist es Diebstahl, wenn ich die Datei lokal auf meinen Rechner speichere, während es in Ordnung geht, wenn ich mir DAS GLEICHE STÜCK per Streaming, im Radio oder im Fernsehen zu genüge führe? Wo soll da die Grenze sein?

    Um auf den wirtschaftlichen Aspekt zurück zu kommen: Ja, selbstverständlich respektiere ich den Wunsch eines Künstlers, für seine Arbeit entlohnt zu werden. Doch entlohne ich ihn alleine dadurch, dass ich sein Album höre? Nein, natürlich nicht – oder wo soll der geldliche Mehrwert sein, wenn ein Stück von CCD, z.B. 20.000 mal bei Myspace angeklickt oder noch viel schlimmer, bei Mininova runtergeladen wird?! Natürlich gibt es Entlohungsmodelle wie die GEMA oder den Vorschlag zur Einführung einer Kulturflatrate, die ich begrüßen würde. Dennoch wird dies nichts daran ändern, dass mit dem reinen Absatz von Tonträgern heute keine Produktion mehr zu bezahlen ist! Also muss ich als Künstler andere Wege gehen, um von meiner Arbeit leben zu können – und ob Du es glaubst oder nicht Graf Koks, diesem Wandlungsprozess müssen sich auch ganz andere Branchen unterziehen!

    Bereits mehrfach angesprochen wurde das Live-Erlebnis von Musik. Nicht umsonst spielen Bands 70 bis 80 Gigs pro Saison und sehen in einem Jahr nicht selten mehr als 1 Million begeisterte Fans. Ebenso ist das Merchandising nicht zu unterschätzen. Vom klassischen Tour-Shirt bis hin zur Spielzeugfigur ist alles dabei. Auch Lizenzen für Werbung – oder wem das zu subtil ist – Computerspiele, Spielfilme, Serien etc. spülen den einen oder anderen Cent in die Kasse. Last but not least bieten Auftragsarbeiten ein Auskommen… wie ihr seht, es gibt Möglichkeit, als Musiker ganz gut zu leben.

    Bitte versteht mich nicht falsch, ich sage nicht, dass durch den fallenden Absatz von Tonträgern das Leben für Musiker einfacher geworden ist. Doch warum soll für den Bassisten nicht das gleiche gelten, wie z.B. für Schauspieler, die eben auch eine Saison lang Räuber Hotzenplotz im Fantasialand geben müssen, obwohl ihnen der Mephisto auf einer großen Bühne lieber wäre? Oder freie Kreative und Journalisten, die imaginäre Vorzüge von Produkten anpreisen müssen, obwohl sie lieber investigativ einem Skandal auf der Spur wären? Es ist erschreckend, in welcher rosaroten Blase Leute wie Graf Koks leben, Menschen, die es eigentlich besser wissen müssten. Du hast eine anstrengende 60 Stunden Woche ohne feste Arbeitszeiten und geregeltem Einkommen? Willkommen im Club, mein Freund. Wenn Du immer noch der Meinung bist, eigentlich müsste Dir und deiner Kunst die Welt zu Füßen liegen, würde ich mir mal ganz schnell Gedanken um Deine Motivation machen. Denn Du hast recht: Beethoven hat gut von seiner Musik gelebt. Wolfgang Amadeus Mozart übrigens auch. Für ihn stand das Geld allerdings immer hinter seiner Kunst. Selbst am Sterbebett diktierte er noch Noten. Und den Lebenswandel der Herren Van Gogh und Kafka lasse ich jetzt mal stecken. Ihnen ist auch ohne nennenswerte Anerkennung zu Lebzeiten übermenschliches geglückt.

    Wer vor diesem Hintergrund immer noch argumentiert, gute und professionell produzierte Musik würde mit der assoziierten Industrie verschwinden, denkt nicht über den Tellerrand hinaus. Wer sich die Vielfallt der HOBBYBANDS im Internet anschaut, die aus Spaß an der Freude Musik produzieren (und dank kostengünstiger – teilweise sogar als Freeware zugänglicher Profisoftware gleich mischen und mastern) und der Allgemeinheit zu Verfügung stellen, muss sich um die Zukunft der Musik keine Gedanken machen. Viel mehr würde ich mir Frage stellen, weshalb ein Künstler sein bereits fertiges Werk drei Monate (!) zurückhält oder achselzuckend zu Protokoll gibt, er wisse nicht, wie viel sein Vinyl-Album koste, das entscheide das Label. Doch das ist ein anderes Thema…

  49. 49 Guido 22. Februar 2009 um 21:29 Uhr

    >>>>>>>>>

    Das kann doch nicht dein Ernst sein, oder etwa doch?

    Ich lege auf CD- oder Plattencover sowie deren Hüllen in nicht digitaler Form keinen Wert. Musik kaufe ich ausschliesslich online in digitaler Form. Deswegen besuche ich ums Verrecken auch kein Musikgeschäft mehr. Künstler, die ihre Musik nicht online promoten (z.B. über MySpace), haben bei mir auch keine großen Chancen gekauft zu werden.

  50. 50 Guido 22. Februar 2009 um 22:03 Uhr

    Mein Beitrag sollte auf den Beitrag von Tobias Bezug nehmen!

  51. 51 Wegmitdemwasserkopf 22. Februar 2009 um 22:14 Uhr

    KünstlerLabel = eine unglückliche Allianz?
    Das Faktum, dass Plattengesellschaften ihre Künstler unter Vertrag nehmen und damit Inhaber des Coprights sind -ist das nicht ein Relikt aus Zeiten, wo es für Normal-Sterbliche nicht möglich war, 1:1-Kopien herzustellen und zu verbreiten? Wäre es nicht angebracht, diese Allianz zu lösen?
    Ich meine damit, um an die Analogie zur bildenden Kunst anzuknüpfen, dass das einzige „Original“ bei der Musik doch die Darbietung des Musikers ist; schon die „original“-CD ist eine Kopie, ebenso wie ein Kunstdruck.
    Was wenn der Künstler -ebenso wie er sein Publikum auf Konzertveranstaltungen bezahlen lässt- auch das Label für die Aufnahmesession bezahlen liesse und damit schluss? Das Label würde in diesem Falle also als Dienstleister und nicht als Rechteinhaber fungieren.
    Das, was Plattengesellschaften machen, ist ja eigentlich die Aufnahme, Promotion und Vertrieb des Produktes -eine Dienstleistung, die inzwischen viele ausführen können und für die vielleicht auch die Prinzipien des freien Wettbewerbs gelten sollten..
    Das Copyright steht eigentlich nur dem Künstler zu und sollte, was die kommerzielle Nutzung des Produktes betrifft, auch striks gehandhabt werden.
    Was mit einer Plattform in der es möglich wäre, die Arbeit des Künstlers direkt zu honorieren, z.B. per Klick-bezahlung mittels PayPal oder oder Micro-bezahlung per Telefon/SMS? (geht heute in den meisten Fällen nicht, da ja das Label Rechteinhaber ist)
    Ich meine: Du hörst ein Stück Musik (egal woher), bist dankbar dafür dess es solche Menschen gibt, schickst z.B. eine SMS mit dem Namen des Künstlers an eine Freecall-Nr. und wupti -hast Du einen Betrag in den Hut des Künstlers geworfen! (ohne dass das irgend etwas mit dem Label zu tun hätte)
    Die Funktion des Labels wäre somit reduziert auf die professionelle Aufnahme und Distribution ihres Produkts,also der „Hardware“ CD. Kauft man sich diese, so bekommt man für sein Geld auch eine bessere Aufnahme als die meisten Bootlegs und dies in einer ansprechenden Verpackung.
    Ich denke nicht, dass deswegen viel weniger CDs verkauft werden würden, aber eventuell würden einige Selbstkopierer ihren Lieblingsartisten ein kleines Cadeau zukommen lassen…
    (was bekommt eigentlich der _Musiker_ per verkaufter CD?)
    ok.-dies ist sicher nicht das Nonplusultra, aber es gibt schon entsprechende Ansätze in der wirklichen Welt und diese funktionieren z.T. nicht schlecht..

  52. 52 Simba 22. Februar 2009 um 22:15 Uhr

    also, du kannst froh sein das du aufgrund der P2P immerhin bei spiegel.de gelandet bist, und daraufhin leute sich überhaupt für deine mucke interessieren.
    ausserdem: es weiss hier jeder das ein download quasi wertlos ist im gegensatz zu einem physischen tonträger, aber das recht sich deine platte vorher anzuhören sollte man keinem absprechen, wenn die musik eben nicht auf den üblichen radio- und tv-kanälen stattfindet,also hör auf zu jammern und nutze P2P als promotionvehikel für deine musik, denn mittlerweile weiss auch der dümmste das im tonträgerverkauf nicht die die kohle zu verdienen ist,sondern das menschen zu deinen konzerten gehen und dein merchandise und vielleicht auch einen tonträger kaufen.

  53. 53 xray 22. Februar 2009 um 22:31 Uhr

    …Wenn hier das uralte und staubige Argument aus der Mottenkiste gezogen wird, Filesharing sei Diebstahl, so sei diesen Ewiggestrigen eins nochmals gesagt: Musik ist KEINE WARE, die ENTWENDET werden kann. Ein Burger ist ein Produkt, es ist eine Ware. Ich esse den Dreck und weg ist er. Ich kann ihn nicht duplizieren und den Geschmackgenuss kann ich auch nicht teilen. Ein Parfüm? Ist schon schwieriger, aber auch hier, eine Ware: Zum einen die Flasche, zum anderen die Flüssigkeit. Doch wie sieht es mit einem Spielfilm aus? Oder ein Musikalbum? Was soll daran die Ware sein?…

    Eine CD ist z.B. ein Ware. Die Tracks darauf sind ein Produkt. Und natürlich entwenden Sie dieses Produkt, wenn Sie es unberechtigt kopieren. Immerhin steckt da genauso wie beim Burger eine Arbeitsleistung dahinter. Sie bezahlen halt nicht nur das Medium, sprich die CD, sondern auch Zeitaufwand, Können, Wissen und Kreativität des Urhebers.

    Nach dem Lesen Ihres Beitrags frag ich mich schon, ob Sie für Ihre Arbeit nicht auch entlohnt werden wollen? Wie sehen Sie das ganze denn bei Dienstleistungen, die ja nun auch selten eine materielle Ware sind? Wollen Sie die auch für umsonst?

    Arbeitsleistung die dahinter steckt.

  54. 54 Anonymous 22. Februar 2009 um 23:12 Uhr

    Ceester:

    fundamentales Missverständnis. Falls du noch irgendwelche legal erworbenen Tonträger besitzt, guck sie dir mal genauer an:

    Du magst zwar das Stück Plastik besitzen; die Musik darauf ist aber nur an dich lizensiert, und zwar sogar mit ausdrücklichen Einschränkungen („unerlaubte Vervielfältigung, Ausstrahlung blablabla“).

    Wenn du glaubst, die Musik *gehöre* dir, bist du schief gewickelt.

    Besuch mal einen Radiosender und schau mal in die Lizenzabteilung. In der Sekunde, wo du irgendwas mit Material von einem Tonträger machst, das nicht ausdrücklich unter „Privatgebrauch“ fällt, werden *sofort* Lizenzgebühren fällig – GEMA für den Urheber, GVL für die ausführenden Künstler.

    Das ist schon seit jeher so.

  55. 55 someone 22. Februar 2009 um 23:16 Uhr

    @Ceester
    Interessanter Beitrag den ich auch in weiten teilen nachvollziehen kann aber ich hab irgendwie das Gefühl das du allen nicht materiellen Gütern jeglichen Wert absprichst bzw. das Urheberrecht verkennst.

    Wenn ich einen Text schreibe oder eine Melodie komponiere und diese Online stelle mach ich das in einem von mir bewusst selbst gewählten Rahmen. Ich kann natürlich auf alle Rechte verzichten, ich kann nur verlangen das meine Name gennant. Ich kann aber auch vertlangen das du den Text nur list und nicht weitergibst (abgeshen vom Zitieren was man nicht verbieten kann).

    Warum willst du mir dieses Recht absprechen?

    Was wenn man mal über die Musik hinausguckt? Wovon sollen die Leute die hinter der Kamera bei Film & Fernsehen arbeiten leben? was ist mit Programmieren? Nur von Auftragsarbeiten könenn die auch nicht leben.
    Ich bezahle am Ende nicht für einsen und nullen sondern dafür das Leute diese einsen und nullen arschaffen haben, und zwar mit Arbeit.

    @Guido
    Für Leute wie dich gibt es ja zum Glück Angebote wie Amazon Music (leider noch nicht in Deutschland) oder den iTunes Store.

  56. 56 Ceester 22. Februar 2009 um 23:23 Uhr

    @ xray

    Es wird Dich verwundern – ich lebe von einem künstlerischen Beruf und dennoch nehme ich mir die Freiheit, alte Denkmuster zu überwinden.

    Wenn ich eine CD kaufe, zahle ich in erster Linie für alle durch die Fertigung entstehenden Produktionskosten, inkl. Promotion, Marketing und Vertrieb. Natürlich bekommt auch der Produzent und das Label ein Stück vom Kuchen ab und ganz zum Schluss vielleicht auch der Künstler… dies hängt davon ab, wie klug oder unklug er bei der Vertragsverhandlung vorgegangen ist.

    Tatsache ist, dass die Dienstleistung, die ich bezahle, also das Einspielen der Musik, nur zu einem minimalen, wenn nicht verschwindend geringen Teil durch den Kauf einer CD entlohnt wird. Der User Wegmitdemwasserkopf bringt es sehr schön auf den Punkt: „dass das einzige “Original” bei der Musik ist doch die Darbietung des Musikers. schon die “original”-CD ist eine Kopie, ebenso wie ein Kunstdruck.“ Und für eben dieses Original geben Fans und Musikliebhaber auf Konzerten gerne ihr hart verdientes Geld aus… Nicht umsonst schießen Festivals wie Pilze aus dem Boden und die Musikzeitschriften sind voll mit Tournedaten von allen möglichen Künstlern.

    Zudem möchte ich mir erlauben, den Spieß umzudrehen, xray. Wenn ein Künstler seine Musik kostenlos auf einem Portal wie Myspace zur Verfügung stellt, verzichtet er – oder besser gesagt sein Label – ganz bewusst auf die Entlohnung für seine Arbeit! Wieso mache ich mich dann strafbar, wenn ich seine offensichtliche Willensbekundung zum Anlass nehme, mir sein Musikstück – Note für Note – kostenlos auf einem anderen Wege zugänglich zu machen?

    Auch hier möchte ich nochmal Wegmitdemwasserkopf zitieren:

    Wenn also Musik ein Produkt ist, gibt es viele Möglichkeiten damit Geld zu verdienen. Das die Ware Tonträger ausfällt, da sie nicht mehr zur Verbreitung des Produkts benötigt wird, ist ein Umdenken ALLER in der Industrie tätigen Personen und Entscheidungsträger notwendig. Ob Kulturflatrate, oder wie es Wegmitdemwasserkopf vorschlägt, ein Honorarmodell, sei in diesem Punkt mal dahingestellt. Es wird nicht mehr die Erträge alter Platten- oder CD-Verkäufe erzielen können, doch es wird auch in Zukunft zahlreiche Künstler geben, die von ihrer Arbeit leben können. Solange es allerdings noch Interpreten gibt, die sich über die Preise für ihre eigenen Produkte nicht im klaren sind (weil sie es nicht müssen / wollen / dürfen) sind wir von dieser Emanzipation noch ein gutes Stück weit entfernt!

  57. 57 Roots 22. Februar 2009 um 23:26 Uhr

    ich würde mich schon als kreativen „Vollzeitarbeiter“ bezeichnen können und finde filesharing uneingeschränkt toll.

    dass es dabei derzeit zu noch ungelösten problemen kommt, ist genauso klar wie die derzeitigen globalökonomischen probleme.

    prinzipiell befinden wir uns am übergang zweier zeitalter.

    das zeitalter der show, die dem konsumenten vor der mattscheibe oder dem radioempfänger eine aneinanderreihung bestimmter sequenzen vorkaut auf der

    einen seite.

    das zeitalter der selbstbestimmten informationsflüsse auf der anderen seite, also internet, blog-kultur, filesharing etc.

    vornehmlich geht es in der massenmedialen debatte um strukturelle interessen der industrien.

    das copyright eines jeden komponisten oder sonstwie publizierenden menschen stirbt ja nicht mit der unerlaubten kopie.

    vielmehr geht es beim copyright ja eigentlich um den schutz des werkes vor verfremdung und verfälschung, also vor jeder form von verunglimpfung der

    usprünglichen intention eines künstlers, sich mitzuteilen; geht es doch bei musik immer um zwischenmenschliche kommunikation.

    gema und co verunglimpfen im grunde dieses recht, indem sie sagen, dass jeder dein werk im original aufführen, veröffentlichen oder zu werbezwecken

    vergewohltätigen darf, solange er nur eine rechte gebühr dafür zahlt.

    beispiele wie mediamarkt mit dem song von rio reiser zeigen das deutlich. rassistische konzernriesen wie coca-cola werben schon immer mit musik schwarzer musiker.

    das bedeutet die vollendete kommerzialisierung jedes musikers und steht dem recht auf schutz des werkes und damit der würde des urhebers diametral

    entgegen.

    grausig ist es dann in der tat, wenn digitale kopien mit realgütern gleichgestellt werden.
    das reduziert den wert einer durch körperliche arbeit und aus natürlichen ressourcen erschaffenen ware.

    filesharing ist die nicht unproblematische hintertür, aus einem szenario, in dem auf globaler ebene bildungssysteme abgebaut und kulturelle institutionen wegrationalisiert werden.

    der zugang zu gesellschaftlichen kulturgütern muss ohne einschränkung durch materielle konditionen gewährleistet bleiben.

    dies gilt vor allem für die jugend, denen die konzernriesen mit ihren gigantischen produktwelten komplett das recht auf kulturelle selbtsbestimmung entziehen. das kind ist erst konsument und erst danach werden ihm gewisse rechte zugestanden.

    ein vorschlag zur vorrübergehenden entschärfung wäre, musik grundsätzlich nach einem gewissen zeitraum der wirtschaftlichen ausbeutung in den bereich der creative commons zu überführen und damit für den privaten! gebrauch freigegeben.

    überll wo die musik des künstlers gegen geldwert aufgeführt oder sonstwie kommerziell benutzt wird, muss selbstverständlich der künstler sofern er einverstanden ist, finanziell bedacht werden.

  58. 58 Maschinenstürmer 22. Februar 2009 um 23:46 Uhr

    Wenn ichs in ’ner Tauschbörse finde, soll ich es dann ins Fundbüro bringen oder dir direkt per Post zuschicken?

    Graf Koks macht seinem Namen alle Ehre. Kiffen macht sicher nicht so aggro.

    Ich bin nur wegen des SPON-Sermons über ClickClickDecker gestolpert. Ich werde ihn meiden wie das Weihwasser. Es gibt genug richtig gute Künstler, die ihre exzellente Musik völlig kostenlos anbieten, oder wenigstens nicht so herumwinseln, wenn man ihre Musik einfach so herunterladen kann. Irgendwie haben einige nicht nur den Schuss nicht gehört, sondern ganze Salven nicht bemerkt: Transistor, PC, CD-ROM, Internet, MP3, Napster. Meinetwegen können wir ja im Karneval so tun, als wäre noch Mittelalter. Ansonsten wird es langsam pathologisch mit der Realitätsverweigerung.

  59. 59 Ceester 23. Februar 2009 um 0:36 Uhr

    Ich möchte jetzt nicht auf jedes einzelne Argument eingehen, auch wenn ich die Diskussion sehr spannend finde .
    @ Anonymous
    Du hast mein Posting nicht richtig gelesen. Ich habe in keinem Punkt behauptet, dass ich Musik besitze. Ich konsumiere die Musik, ich kaufe die Tonträger, doch ich bin mir sehr wohl darüber im Klaren, dass die Musik nachwievor dem „Urheber gehört“. Doch was bedeutet das für mich als Privatnutzer? Als Mensch, der die Musik hört und nicht kommerziell nutzt? Arbeite ich mit der Musik, wenn ich sie runterlade? Verfälsche ich sie, wenn ich sie mir auf eine CD fürs Auto brenne? Und selbst wenn ich das tun würde, entsteht daraus nicht neue Musik, neue Kunst, deren Urheber ich selber bin? Ist Musik kostenlos und legal, wenn ich sie soweit verändere, dass sie als neues Stück gilt?
    Um Dir mal den Irrwitz des geltenden Urheberrechts vor Augen zu führen, möchte ich Dich an dieser Stelle fragen, ab wann eine Vorführung öffentlich ist. Bin ich GEMA-pflichtig, wenn ich in der U-Bahn meinen iPod so laut drehe, dass der Nachbar mithören kann? Ich es eine öffentliche Vorführung, wenn ich im Sommer mit runtergelassenen Fenstern an der Ampel stehe? Und wie sieht es aus, wenn ich einem Freund ein Musikstück vorspiele und eine unbeteiligte, dritte Person bekommt das mit? Natürlich käme keiner auf die Idee dies als öffentliche Vorführung zu geiseln, doch streng genommen müsste ich Selbstanzeige erstatten.

    @ someone
    Ich spreche immateriellen Gütern ihren Wert nicht ab. Auf Konzerten bezahle ich dafür. Nur WO willst Du die Grenze ziehen, wenn das Gut, die Dienstleistung, nicht greifbar ist? Du sagst doch z.B. schon selber, dass man das zitieren nicht verbieten kann. Was willst Du dann machen, wenn ein findiger Fuchs auf die Idee käme, ein ganzes Buch zu zitieren, um es neu aufzulegen?
    Mit dem Internet steht eine neue Methode, eine neue Technologie zur Verfügung, immaterielle Werke unendlich und ohne Mühen zu vervielfältigen. Das Internet ist ein Werkzeug, das es in der Menschheitsgeschichte noch nicht gegeben hat… und es wird genutzt! Wieso sollten wir dann an selbst auferlegten Regeln festhalten, die eine Weitergabe von Informationen, Texten, Musik und Bildern zu einer Zeit regelte hat, wo ihre Vervielfältigung einen enormen technischen und administrativen Aufwand nach sich gezogen hat? Oder anders ausgedrückt: Wieso soll ich ein Gut künstlich verknappen, das nicht nur theoretisch allen Menschen zur Verfügung stehen kann? Erklärt es mir.
    Das dies Änderungen in der Musik- und Filmindustrie nach sich zieht, ist mir durchaus bewusst. Und ja, es wird Arbeitsplätze kosten. Doch wieso sehen so viele Menschen nur die Risiken und nicht die Chancen? Ist es nicht wünschenswert, dass viele Menschen meine Musik hören, um auf meine Konzerte zu kommen? Ist es nicht wünschenswert, dass sich durch die Verbreitung im Internet neue Märkte für mich eröffnen? Ist es nicht wünschenswert, dass Fans einen Monat vor VÖ mein Album hören und Freunden und Bekannten begeistert davon erzählen… oder im Gegenzug zu verstehen geben, dass es vielleicht noch an der einen oder anderen Ecke geschliffen werden sollte? Wieso kann für die Musikindustrie nicht das gleiche gelten, wie für die große Open Source Gemeinde, die Software in einer Güte entwickelt, die kommerzielle Anbieter oft vor Neid erblassen lässt? Oder anders gefragt: Wie kann ein Unternehmen wie Google – eine kommerzielle Cash Cow – soviel Geld verdienen, wenn ihre GANZE Software, ihre GANZE Dienstleistung, KOSTENLOS zur Verfügung steht? Es gibt Wege, viele Wege, nur sind sie neu und unergründet. Hört auf zu jammern und geht auf die Suche!

  60. 60 xray 23. Februar 2009 um 0:39 Uhr

    @Ceester: Ich bin kein Künstler, sondern Programmierer. Darf ich Ihrer Ausführung entnehmen, dass Sie nichts für meine Software bezahlen würden, weil Sie eine 1:1 Kopie des Originals bekommen? Gehen Sie davon aus das Ihnen das geistige Eigentum anderer Leute gehört, da eben kein materielles Gut?

    Ich kann Ihnen versichern das Sie sich damit strafbar machen würden. Sie bekommen beim Erwerb von Software und Musik eine Kopie, welche i.d.R. Lizensiert ist. Es handelt sich dabei meistens um eine einfache Nutzungslizenz. Natürlich steht es dem Künstler frei sein Werk auch kostenlos weiterzugeben. Das hat allerdings wenig mit dem Thema des Blogbeitrags zutun.

    Ich finde es persönlich sehr respektlos wie Sie hier die Arbeitsleistung von Menschen herabwürdigen. Sie können ja gerne selber Musik machen bzw. Programme entwickeln.

    Auf meine konkrete Beantwortung Ihrer Frage bzw. auf meine daraus resultierenden Nachfragen sind Sie ja leider nicht wirklich eingegangen.

    Ich möchte Sie auch bitten mich nicht zu duzen, da wir weder verwandt noch gut befreundet sind. Auch das ist eine Frage des Respekts bzw. der Höflichkeit.

  61. 61 Besserwixer 23. Februar 2009 um 0:48 Uhr

    Ich zitiere mal aus der m.E. allgemeingültigen Internet-Netiquette: „[…] als man für das Usenet gewisse Regeln festlegte (die sogenannte Netiquette), wurde das Duzen sogar dort aufgenommen. Es gilt also in Newsgroups als höflich, sich zu duzen. Wer die anderen siezt, macht sich dagegen eher unbeliebt.“

    In Anbetracht dieser Aussage und mit Wertung von xrays altmodischen Ansichten in seinen Postings würde ich DIR empfehlen, Ceester, xray einfach mit „Sie“ anzusprechen ;-)

  62. 62 xray 23. Februar 2009 um 0:53 Uhr

    grausig ist es dann in der tat, wenn digitale kopien mit realgütern gleichgestellt werden.
    das reduziert den wert einer durch körperliche arbeit und aus natürlichen ressourcen erschaffenen ware.

    @Roots: Sehr interessant. Was ist denn körperliche Arbeit für Sie? Wer „verdient“ es denn Ihrer Meinung nach für Arbeit entlohnt zu werden? Ausschliesslich der Schwerstarbeiter, oder hat man mit einem Schreibtischjob auch eine Chance auf ein Gehalt bei Ihnen?

    Bedeutet dann wohl das Sie bei Büchern wohl auch nur Tinte und Papier zahlen wollen. Der Text ist ja auch nicht wirklich relevant.

    Ich kann diese Einstellung nicht nachvollziehen, weil Sie hier ausschliesslich für das Medium zahlen wollen. Eigentlich zählt doch der Inhalt, egal ob es sich dabei um digitale oder materielle Werke handelt.

  63. 63 Icke 23. Februar 2009 um 2:35 Uhr

    Man, man, man …
    ihr seid alle so indi und alternativ, ich kann euch kaum auseinander halten.

    Hauptsache nicht selber denken.

  64. 64 don_quichote 23. Februar 2009 um 2:36 Uhr

    Das eigentliche Problem sind nicht die Leecher. Das Problem ist der wasserkopfartige Überbau namens MusikINDUSTRIE.

    Wie sich Kunst industrialisieren lassen soll, ist mir schleierhaft. Die Kunst der Industrie ist es hingegen, den Massen Gleichgeschalteter immer wieder aufs neue den faden Einheitsbrei – telemedial weichgespült – schmackhaft zu machen.

    Das klappt nun zusehends weniger gut; dem Netz sei Dank. Die echten Künstler sollten das Netz als Chance sehen, den lästigen Wasserkopf aus Produzenten, Werbe- und Fernsehschnöseln endlich abzuschlagen.

    Ich für meinen Teil halte es gerne mit Peter Lustig … abschalten nicht vergessen!

  65. 65 Tom 23. Februar 2009 um 7:57 Uhr

    Ich denke, dass Ceester einfach nur ein Troll ist, der gefüttert werden möchte. Denn die GEMA hat klare Kriterien, ab wann eine Veranstaltung öffentlich ist und eine Lizenz nötig wird.

    Das ist aber gar das Problem, das Problem ist, dass offenbar viele nicht mehr für etwas bezahlen wollen, was sie aber besitzen wollen. Und ja, man kann von Musikstücken unendlich viele Klone herstellen und nimmt niemandem von einem Güterhaufen etwas weg.

    Aber der Künstler tut dies ja zumeist nicht aus Selbstlosigkeit, sondern er möchte damit Geld verdienen (und wenn’s nur zum Überleben ist oder damit er noch weiter Musik machen kann). Er möchte dies genau so, wie ein technischer Erfinder für seine Einfälle ein Patent anmeldet, dass er von seiner Idee leben kann. Er möchte dies genau so, wie ein Fotograf für ein Bild, das er geschossen hat, Geld möchte. Auch überall dort könnte man argumentieren, dass man den Personen ja nichts von einem Güterhaufen wegnähme, wenn man ihr Bild digital klont oder ihr Patent für ein eigenen Produkt benutzt.

    Aber ihr benutzt seine Idee, sein Werk. Sei es zum Anhören, zum Ausschmücken oder zum Produzieren. Und damit nehmt ihr ihm Geld weg, das ihm zustünde, wenn ihr das Produkt auf legalem Weg kaufen würdet.

    Und hier liegt der Hund begraben: Denn wollt ihr dieses Werk nutzen, so müsst ihr dafür Geld bezahlen, auch wenn ihr sagt, ihr nehmt ja niemandem was weg. Wenn ihr nichts dafür zahlen wollt, müsst ihr wohl die freie, kostenlose und wohl vielfach auch nicht „werte“ Version nehmen – ergo: freie Musik, freie Software, alte Patente. Das steht euch frei. Aber nicht die Werke, wo der Erschaffer davon leben möchte.

  66. 66 Anonymous 23. Februar 2009 um 8:56 Uhr

    Wenn erwartet wird, dass ich meine Musik kostenlos überlasse (da es Musik ist, die sich nicht ohne weiteres auf die Bühne bringen lässt), dann erwarte ich, dass mir die dafür nötigen Instrumente, Rechner, technischen Geräte, sowie die Studiomiete und nicht zuletzt Lebensmittel, die für Produktionstage erforderlich sind, ebenfalls kostenlos überlassen werden.

    Reicht Eure Spenden bitte bei Michelle Records in Hamburg ein – ich hole sie dann da ab.

  67. 67 simba 23. Februar 2009 um 9:54 Uhr

    nochmal:
    clickclick decker sollte froh sein das mit dieser p2p diskussion überhaupt sein mittlemässiges album promotion bekommt,dafür zahlen andere 5 stellige beträge so einen internet-bohei zu inszinieren.

  68. 68 BenZol 23. Februar 2009 um 13:17 Uhr

    Hi CCD, Hi Kommentatoren,

    Zuerst möchte ich mal feststellen, dass für CCD der hier dargestellte Fall wirklich sehr ärgerlich sein dürfte (und es sollte als Fakt in dieser Diskussion akzeptiert werden). Das liegt aber IMO vor allem an seinen (zukünftigen) Erwartungen, die nicht erfüllt wurden. Wenn also jemand CCD’s Album vorher ins Netz stellt, ist CCDs Planung (damit Geld zu verdienen o.ä.) in Gefahr. Das mag keiner gerne. Aber genug des Offensichtlichen.

    In diesem Zusammenhang möchte ich Ceester sehr loben. Er ist meiner Meinung nach einer der Wenigen hier, der nicht rumjammert oder in Sachen File-Sharing auf stur schaltet, sondern versucht durch eine Analyse der aktuell bestehenden Situation und Möglichkeiten Handlungsoptionen für die mittel- und langfristige Zukunft aufzuzeigen, ohne sich gleich zu Beginn in den tradierten Denkmustern zu verheddern.

    Alte Strukturen greifen nicht mehr in dem Maße wie früher. Neue müssen etabliert und genutzt werden. Da ist Kreativität gefragt, da muss Gehirnschmalz geopfert werden und da muss auch Zeit (Geld) investiert werden. Ob das letztendlich vom Künstler selbst zu leisten ist (marktweit), sei mal dahin gestellt. Ich glaube eher nicht, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

    Ich mache auch Musik in unserer kleinen aber feinen Band. Wir produzieren die Musik selbst bis hin zum Mastering. Momentan nutzen wir ein keines Netzlabel, dass den Online-Vertrieb (MP3) übernimmt. Einfach aus dem Grund, weil wir kein Bock haben unsere Zeit auch noch dafür zu opfern. Andere Dinge (MySpace, Bookinganfragen, „Bürokram“ etc.) fressen schon genug Zeit nebenbei.

    Natürlich wäre es schön, wenn wir damit Geld verdienen könnten. Dann müssten wir aber wahrscheinlich auch soviel Zeit hinein investieren, dass keiner von uns mehr seinem/ihrem Job nachgehen könnte. Es wäre ein Vollzeitjob (ähnlich CCD). Wir wären eine kleine Firma, die versucht, mit einem Produkt Geld zu verdienen. Vor allem deshalb, weil wir es dann müssten. In dem Fall würden wir aber auch verdammtnochmal versuchen, unseren Job so gut zu machen, dass wir hinterher nicht über die Filesharer jammern müssten. DAS wäre nämlich AUCH Teil unseres „Jobs“: Die Entwicklung eines Geschäftsmodells für unser Produkt, das „sich trägt“, wie man so schön sagt. Erklärt Euch jede IHK bei der Existenzgründerberatung.

    In diesem Sinne hoffe ich, dass CCD nicht zuviel Geld dadurch verliert, dass er auf ein optimierungsbedürftiges Geschäftskonzept zurückgreift. Das ist ärgerlich, aber leider auch Realität im Musik-Kapitalismus. Da ist es doch manchmal einfach schöner, Musik der Musik wegen zu machen und zu hoffen, dass man die geneigte Zuhörerschaft damit auch erfreuen kann. Wenn ein/zwei Euros abfallen, um sich einen neuen Synth kaufen zu können, super! Denn das ist meiner Meinung nach der Ursprung des Musikmachens.

    Ich bin raus.

  69. 69 pischti 23. Februar 2009 um 14:20 Uhr

    Als die Schreibmönche im 15.Jahrhundert die gebeugten Körper aufrichteten, vorsichtig in die das Ende des dunklen Zeitalters einleuchtende Sonne blinzelten, ahnten sie leise, dass der Kampf Buchdruck vs. Abschreiben für immer an den Buchdruck verloren war. Fortan widmeten sie sich dem Bierbrauen und dem Feldanbau, ansonsten lebten sie asketisch und in Demut.

  70. 70 BillyWillIs 23. Februar 2009 um 15:23 Uhr

    @die tom & xray dieser welt,
    wie alt ist das urheberrecht? warum ist es so, wie es ist? und was versucht die MI gerade mit der verlaengerung der schutzfristen?
    schon mal drueber nachgedacht, dass wir ueber millionen von jahren ohne ausgekommen sind? das was die MI aus dem urheberrecht gemacht hat, ist pervers, denn es kommt gerade nicht den kuenstlern zu gute, denn dieser hat unter vertag meist eben nicht die rechte an seinem werk. und jetzt will die MI 100 weitere jahre dran verdienen und rate mal, was sie in 100 jahren vor hat, wenn die naechste frist ablaeuft.
    unser gesamtes menschenwissen wurde von generation zu generation weitergegeben und es kam allen zu gute. es geht nicht um den verdienst des kuenstlers oder programmiers, sondern um die parasiten der verwertung.

  71. 71 Roots 23. Februar 2009 um 15:26 Uhr

    @ xray

    Viele wollen hier offensichtlich einfach nur polarisieren, weil sie selber zu faul sind, sich die mühe der differenzierung zu machen.

    Ich sagte „wenn digitale kopien realgütern gleichgestellt werden“.

    Das heisst nicht, dass sie mir gar nichts wert sind.

    Ich hebe das nur deutlich hervor, um klarzustellen, dass es sich bei einer „Raubkopie“ nicht um einen Warendiebstahl handelt und damit diese Bezeichnung in der medialen Debatte falsch ist.

    Wenn dann käme vielleicht ein Tatbestand ähnlich dem des „Erschleichens von Leistungen“ in Frage, welcher z.B. beim Schwarzfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln angewendet wird.

    Das zieht aber auch ein erhebliches anderes Strafmaß nach sich.

    Mithin dürfte der Einzefall dann als Bagatelle abgehandelt werden, da der Anteil an Leistung an einer millionenfach kopierten Datei nunmal im Endeffekt verschwinden gering ist.

    Das Problem ist doch, dass die Musikindustrie in einer strukturellen Krise steckt und nach Schuldigen ausserhalb ihrer eigenen Reihen sucht. Auch hier wurde auf Basis von Krediten und Spekulationen Jahrzehnte Misswirtschaft betrieben und eine gigantische Blase aufgebläht, die den Künstlern strukturell geschadet hat, da sie nur einzelne talentlose Industriemarionetten wie Sarah Connor o.ä. vergleichsweise viel zu reich gemacht hat.

    Und da kommt es denen, denen das Filesharing ein Dorn im Auge ist, weil es auch z.B. freie Bildung fördert, gerade gelegen die „Piraten“ dafür verantwortlich zu machen, dass es hier ein strukturelles und vor allem auch politisches Problem gibt.

    Wie in allen ökonomischen Bereichen, sollten die Volksvertreter zum Besten der Gesamtbevölkerung entscheiden, fühlen sich aber von Industrie und Interessenverbänden genötigt, anders zu verfahren.

    Im Endeffekt ist klar, dass es ähnlich wie im öffentlichen Nahverkehr eine soziale Regelung für diejenigen geben muss, die sich das nicht leisten können aber nicht davon ausgeschlossen werden dürfen.

    Ihr Wert wird nur allgemein völlig überbewertet.

    Oder warum kostet ein Computerspiel, das vor 5 Jahren rauskam und schon Millionen Gewinne eingefahren hat dann immer noch 30euro im Mediensupermarkt?

  72. 72 Ceester 23. Februar 2009 um 16:11 Uhr

    Juchu, endlich werde ich als Troll beschimpft. Wurde auch mal Zeit ;-)

    @ BenZol. Du sprichst mir aus der Seele!

    @ Tom. Sorry, nimm es mir nicht übel, Du magst ein lieber Kerl sein, aber für Dich fällt mir nur ein Wort ein: Opportunist, oder um es mit John Lennon zu sagen: „How do you sleep tonight?“ Denn was sehen meine vertrockneten Augen, wenn ich heute Deinen Blog besuche? Richtig, ein Posting über die Band Elbow SAMT STREAM. So, ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Du diese MP3 ohne schriftliche Genehmigung von Polydor, ihrem Label, auf Deine Seite gestellt hast. Ferner stelle ich die Behauptung auf, dass auch die GEMA von diesem Akt der öffentlichen Darbietung nichts weiß (und selbst wenn Du die GEMA bezahlst, kommt von dem Geld nicht viel in England an). Ergo wird Elbow keinen Cent verdienen, wenn ich mir dieses Musikstück anhöre. Dies gilt übrigens auch für alle MP3s, die über ihre Myspace-Seite der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Laut Deiner eigenen Argumentation begehst Du also gerade, in diesem Moment, Diebstahl.

    Nun ergibt sich folgende Situation. Mir gefallen Ihre Songs und ich möchte sie auch, sagen wir mal, auf der Autofahrt hören. Um mit dem geltenden Urheberrecht im Einklang zu stehen, könnte ich natürlich mit meinem GPRS- und UMTS-fähigen Handy die Seite im Internet aufrufen und über das Mobiltelefon die Musikstücke in mein Auto streamen. Noch (!) ist allerdings diese Lösung zu umständlich, also könnte ich stattdessen auf die Idee kommen, mir dieses Stück aus dem Internet runterzuladen und z.B. lokal auf meinem Handy zu speichern.

    Nun allerdings stehe ich, laut Urheberrecht, im Aus und komme in die Hölle. Nur, weshalb? Spielt es denn eine Rolle, ob ich ein Musikstück ONLINE HÖRE (von Polydor autorisiert) oder es LOKAL auf meinem Handy speichere? Wo liegt da der Unterschied? Wo schade ich dem Künstler oder dem Verlag, wenn ich einen Song runterlade, den sie ohnehin verschenken? Sag es mir! Das Ergebnis ist doch das Gleiche, Tom, ich höre die Musik KOSTENLOS, FÜR UMSONST UND JEDERZEIT wenn ich es möchte!

    Hier beißt sich doch die Argumentation der Musikindustrie in den Schwanz. Wir reden, wie von Roots wunderbar zusammengefasst, von einem strukturellen Problem der Verlage. Sie haben (ähnlich wie die Autobauer ;) ) über Jahrzehnte auf die falschen (Vertriebs-)Konzepte gesetzt und sehen nun ihren Markt wegbrechen. Da ist es natürlich einfach, vor lauter Verzweiflung Pirate Bay zu verklagen, doch wenn schon nach einem Verhandlungstag (!) die Hälfte der Anklagepunkte unter den Tisch fallen, da sich herausstellt, dass die Kläger das technische Konzept des Beklagten nicht verstehen, ist das für mich mehr als eine Blamage von schlecht vorbereiteten Anwälten. Es ist nicht weniger als das bittere Eingeständnis einer Industrie, schlicht und ergreifend nicht mehr zeitgemäß zu sein. Denn nennen wir das Kind doch einfach mal beim Namen: Klassische Labels, Verlage, die den Vertrieb für mich übernehmen sollten, sind heute oft mehr ein Hemmschuh als eine Unterstützung für meine Karriere. Ich könnte über diesen Zusammenhang noch seitenlange Abhandlungen schreiben, doch das verkneife ich mir an dieser Stelle mal ;) .

    Abschließend möchte ich nochmals erklären, dass ich natürlich den Wunsch der Künstler, mit ihren Werken und ihrer Arbeit Geld zu verdienen, respektiere. Selbstverständlich! Doch wieso jammern so viele Künstler über das Filesharing, wenn man es doch für Verbreitung seiner eigenen Werke einsetzen kann? Ich bin über das Internet z.B. auf wunderbare Bands wie Okkervil River, Bright Eyes, La Vela Puerca oder Detektivbyrån aufmerksam geworden. Bands, die teilweise noch nicht mal in Deutschland veröffentlichen. Ich habe mir ihre CDs bestellt, da ich ihre Kunst bewundere. Ich habe mich auch mit ihrem Merchandise eingedeckt, da mir ihre Shirts gefallen und ich auf diesem Wege auf ihre Songs aufmerksam machen will. Ich habe – sofern es mir möglich war – auch ihre Konzerte besucht und ihre Alben selbstverständlich meinen Freunden und Bekannten vorgestellt. Das Ergebnis: Auch sie bestellten CDs in Uruguay oder Schweden und deckten sich sogar mit T-Shirts ein. Mit anderen Worten: Durch das Internet wurde ich zu ihren Kunden und die Bands haben mit mir viel Geld verdient!

  73. 73 buddel 23. Februar 2009 um 16:41 Uhr

    moin

    es ist zwar hochinteressant zu beobachten
    wie die netzgemeinde
    zu filesharing und illegalen downloads steht
    aber um den finanziellen aspekt ging es CCD doch gar nicht.
    es ist einfach nur schade,
    dass ein geplanter release durch vorabveröffentlichung
    sein überraschungsmoment verliert.

    andererseits,
    es muss ja irgendeinen ersteinsteller gegeben haben,
    da sollte CCD vielleicht mal sein umfeld abklopfen

    buddel

  74. 74 der ruhige 23. Februar 2009 um 18:23 Uhr

    Ich bin auch über SpOn auf diesen Blog aufmerksam geworden und habe mir sämtliche Beiträge durchgelesen.
    Nun gehöre ich der sehr kleinen Fraktion an, die Musik nicht in den Mittelpunkt des eigenen Lebens stellt und dementsprechend auch gut ohne diese klar kommt – Ruhe kann so schön sein. ABER ich finde die Diskussion um P2P-Portale aus betriebswirtschaftlichen und sozialpolitischen Aspekten sehr interessant. Wohin geht die Entwicklung bei den betroffenen Wirtschaftszweigen und wer ist eigentlich der Böse?

    Meinungen wurden hier genug geäußert, aber folgende zwei Fragen wurden erst gegen Ende oder gar nicht aufgeworfen – welche ich aber am interessantesten finde und deren Antworten könnten zur Lösung beitragen.

    Frage 1: Wieso kann man vor der Veröffentlichung von Musik und Filmen diese schon herunterladen? Gibt es kein Budget, um Anwälte zu bezahlen die gegen einen oder zwei P2P-Veröffentlicher vorgehen können – Budget um tausende Leute zu verklagen, die sich kostenlos bedienen (Gelegenheit macht Diebe), ist ja offensichtlich vorhanden. Oder ist die Angst der Labels einfach zu groß, zukünftig schlechter (dann vielleicht unberechtigter) Kritik ausgesetzt zu sein?

    Frage 2: @Ceester
    Ich möchte Deine Frage aufnehmen und noch etwas verschärfen.
    Was ist eigentlich wenn das Ziel der Kommunikationsfirmen erreicht wird und ich überall und nirgends mit meinem Internetfähigen Handy/MP3-Player/Küchenradio/Auto Internet-Streams ziehen kann? Ich bin übrigens begeistert wie flüssig ich schon jetzt bei z.B. YouTube mobil surfen kann. Man stelle sich nun noch vor, Microsoft erkennt den Trend und der MediaPlayer oder der heiß geliebte IPod von Apple kann auf einmal Playlists mit Internetadressen anlegen – vielleicht sogar selber aktualisieren?
    Hat die Musikindustrie hierfür schon Ideen? – Braucht diese aber wahrscheinlich auch nicht. Gerade die Entwicklung im IT und Kommunikationssektor zählte in den letzten 20 Jahren zu den langsamsten überhaupt – also alles nur ein Horrorszenario !?!

    Ich fand es übrigens schon vor Jahren sehr interessant als die Musikindustrie anfing zu weinen. In vielen Wirtschaftsbereichen ließ die Nachfrage der Konsumenten stark nach oder stagnierte zumindest. Der Luxusgut-Bereich Musik wusste aber, dass der Einbruch in Ihrer Branche nur und ausschließlich auf die P2P-Portale zurückzuführen sei. Eine freche Preispolitik, die Jahre später etwas geändert wurde, oder einfach die damalige und heutige Wirtschaftslage/Einkommenssituation schien kein Grund zu sein. Der Kunde würde ja nie an einem Luxusgut sparen.
    Ich freu mich auf jeden Fall, wenn diese fadenscheinige Argumentation der größeren Labels endlich durch die Aktualität von Frage 2 aufhört.

    Ansonsten möchte ich alle Künstler und Musiker herzlichst in der Welt der freien Wirtschaft begrüßen. Ihr seid nun ein Teil des Wirtschaftskreislaufes. Einige von Euch haben es noch nicht mitbekommen, aber das Internet hat es erst ermöglicht, dass mittlerweile so viele von Euch die Chance haben mit Ihrer Musik Geld zu verdienen. Und ganz wichtig für Euch: Nein, das Internet hat Euch nicht mehr Endkunden beschert. Der geneigte Zuhörer weiß nur mittlerweile wofür er sein Geld ausgeben möchte. Nur weil das Angebot wächst, heißt das nicht dass mehr Umsatz gemacht wird. Also strengt Euch an! Solltet Ihr den wirtschaftlichen Teil Eures Jobs nicht verstehen, fragt mal bei BenZol nach, der scheint es zu wissen.

  75. 75 BenZol 23. Februar 2009 um 18:25 Uhr

    @Ceester: Danke, haste Lust, ‚n Label aufzumachen? ;-)
    @buddel: Danke für den Reset der Thematik!

    Wahrscheinlich sitzen Konrad Lischka, CCD und die Leute von Audiolith bei erlesenem Schrimp und Prickelbrause zusammen und lachen. LACHEN ganz ganz laut während Sie per Netbook die Statistiken abrufen. ;-)

    In diesem Fall: Chapeau!

    @CCD: Lass Dich nicht ins Bockshorn jagen. Die Indie-Welt wäre ärmer ohne Click Click Decker. Das mit der VÖ ist scheiße, aber auch nicht mehr zu ändern. Blick nach vorne! Mach‘n Song draus und räch‘ Dich! ;-)

  76. 76 lampe 23. Februar 2009 um 20:43 Uhr

    kleinbürgerliche eigentumsideologie gegen filesharinghedonismus. einfach prima.

  77. 77 cyril 23. Februar 2009 um 21:39 Uhr

    1 zu 0 für St Pauli !!! Musik für Alle !!!

  78. 78 lampe 23. Februar 2009 um 21:43 Uhr

    @xray: achso, weil der mensch nur im wettkampf handelt?! ist es deiner meinung nach natürlich für den menschen nur für belohnung zu handeln? zieh dir nochmal clockwork orange rein und überdenke dein menschenbild!

  79. 79 b 24. Februar 2009 um 1:13 Uhr

    der copyright-aspekt hat es in sich.
    Ich selbst weiss nicht, ob es „geistiges eigentum“ tatsächlich gibt.
    Dass es bestimmte Schutzrechte für bestimmte nicht-materielle Dinge gibt, weiss ich schon :-)

    ich weiss auch nicht, ob eine kopie diebstahl sein kann bzw dasselbe, was wir mit diesem begriff normalerweise verbinden … wenn ich den apfel eines anderen kopieren könnte, hmmm … ich verbinde mit diebstahl ein wegnehmen von etwas, was dem anderen dann fehlt.

    allerdings ist es in den meisten ländern gewährtes recht, als erzeuger einer kreativen schöpfung den umgang damit (zb nutzung, bearbeitung) und die geschäftliche verwertung davon (zb vermietung, verkauf, lizensierung) zu kontrollieren.
    In Europa vielleicht mit dem Akzent auf dem Urheber, in den USA mit Akzent auf den Verwerter/Besitzer.

    Solche Regeln, die den Urhebern und/oder der entsprechenen Verwertungs-Industrie Rechte und Rechtssicherheit in Bezug auf eine Kontrolle über die Verwendung und die finanzielle Ausbeutung kreativer Leistungen zusichern, existieren aber nicht im luftleeren Raum.
    Das sind weniger moralische Werte als in Recht gefasste Interessen. Schutzrechte für „Besitzer“ des „geistigen Eigentums“.
    Vermutlich mit dem Anspruch unter dem Strich für die Gemeinschaft von Nutzen zu sein (zB finanzielle Auswertung kreativer Leistungen als Grundlage und Anreiz weiterer kreativer Leistungen).

    Solche Regeln haben auch mit Ihrer Durchsetzbarkeit und dem (Un-)Rechtsempfinden der Mehrheit zu tun.
    Wenn ich mich ins Museum setze und mit dem Stift in der Hand ein Gemälde „kopiere“ wie vor 200 Jahren, wird niemand das als „Diebstahl“ ansehen.
    Wenn ich Musik im Radio analog aufnehme und ein nettes Mixtape zusammenstelle wie vor 15 Jahren ist es auch nicht so wild – da analoge Aufnahmen nach jeder weiteren Kopie (oder auch nur exzessivem abspielen) sich weiter vom „original“ entfernen, machte das der Musikindustrie trotz „Raubkopierens“ vergleichsweise wenig zu schaffen. Das eigentliche, verkaufbare Trägermedium „des Originals“ hatte noch einen Qualitätsvorteil gegenüber der Kopie.

    Die analoge Kopie war sozusagen „meine private Kopie“.
    Sie konnte nicht unbegrenzt vervielfältigt werden; jedenfalls nicht mit fast keinem Aufwand.

    Das digitale Kopien dem „Original“ aber gleichen (oder gleichen können – wenn auch nicht unbedingt jeder krisselige videostream) ändert in Verbindung mit dem Internet alles: Das Fast-Original ist mit fast null Aufwand zu bekommen ohne dass jemand anderem etwas Greifbares weggenommen wird.
    Einen Zeitungsausschnitt einzukleben, etwas zu fotografieren oder eine Sendung mit dem Videorecorder aufzunehmen, eine Collage zu erstellen … all das war im „analogen“ Zeitalter privater Spass und kein Vergehen …. nun aber im cut-n-paste-Zeitalter wird dieselbe Beschäftigung kriminalisiert, weil sie durch die digitale Qualität den Verkaufsvorteil „des Originals“ gefährdet und in ganz anderem Umfang stattfinden kann.

    Indem digitale Medien zu unseren erweiterten Sinnesorgane werden, wird eine Kriminalisierung unserer Aufzeichnungen und „Bookmarks“ und unserer Downloads zu einer Kriminalisierung unserer Wahrnehmung. Das klingt jetzt noch utopisch, aber mit der zunehmenden Allgegenwart digitaler Informationen empfinden wir diese immer weniger als extern (wie eine CD) sondern mehr und mehr als ein Teil von uns (einem Urlaubsfoto, einem Tagebucheintrag, einem Ohrwurm, einer Textstelle, die man sich gemerkt hat).

    Die Frage wird nicht sein „Sind downloads kriminell“ sondern „was kann ein Künstler darüber hinaus bieten oder machen, um finanziell etwas (zurück-)zubekommen“ (wenn er das ganze aus finanzieller Sicht betrachtet).

    Vielleicht hat einer der Vor-Kommentatoren recht mit dem Hinweis darauf, was denn als (Geld wertes) Original angesehen werden kann.
    Das digital nicht kopierbare? ZB der Live-Auftritt? Die handsignierte Ausgabe? Definitiv.

    Aber was ist mit digital erschaffenen Originalen? Wird die Namensnennung und die „Währung Aufmerksamkeit“ reichen Vollzeit-Künstler zu ernähren? Auch das.
    Aber es werden wohl auch weiterhin wenige sein, denn auch wenn ein digitaler Künstler oder eine Künstlerin immens viele erreichen kann, muß er/sie sehr viel Aufmerksamkeit bekommen bis sich der Umtauschkurs in reales Geld, das Vollzeitkünstler nun mal benötigen, lohnt.

    Die Musik-Konserven-Industrie hat vermutlich viele Live-Musiker ihrer Einkommensmöglichkeiten beraubt.
    Einigen hat sie ubgeahnte Chancen eröffnet.
    Die digitale cut-n-paste-Kultur kostet die Musik-Konserven-Industrie Einkommensmöglichkeiten.
    Einigen bieten sich auch hier ungeahnte Chancen.

  80. 80 buddel 24. Februar 2009 um 7:34 Uhr

    @lampe,
    clockwork orange hat einen tieferen sinn ? ;)

    wie gesagt,
    es geht um den schmählichen vorab-release,
    illusorisch
    danach noch irgendwelche schutzklauseln auf geistiges eigentum einforden zu wollen

    buddel

  81. 81 Konrad Lischka 24. Februar 2009 um 10:47 Uhr

    Hallo,

    wenn ich hier Beleidigungen lese wie

    „clickclick decker sollte froh sein das mit dieser p2p diskussion überhaupt sein mittlemässiges album promotion bekommt,dafür zahlen andere 5 stellige beträge so einen internet-bohei zu inszinieren.“

    tut es mir leid, hierher verlinkt zu haben. Jetzt wird hier CCD für einen Spiegel-Online-Artikel beschimpft, mit dem er gar nichts zu tun hat. Welche These ich dem Artikel mit diesem Schluss belegen will, habe ich in die Einleitung davor geschrieben: “Wie wenig Rechtsbewusstsein noch vorhanden ist, zeigt…” Und genau das zeigt die Debatte im Click-Blog ja – angenehmerweise abseits des Schwarz-Weiß-Schemas (”Das ist Diebstahl” vs. “Das ist Notwehr gegen die Contentmafia”). Weil Hamann als Künstler abseits dieser Reflexe argumentiert, habe ich das am Ende als Ausblick verlinkt.
    Und nicht, weil er einer Meinung mit mir ist oder Taschbörsen alle verdammenswert bezeichnet hat oder sonstetwas. Liebe aufgebrachte Kommentatoren: Wenn Ihr euren Hass und eure Häme loswerden oder über das Recht auf Datensaugen debattieren wollt, bitte nicht hier, sondern im Spiegel-Forum: http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=3397150
    Offenbar haben die meisten CCD-Beschimpfer sein Posting nicht gelesen. Kurz gesagt: Er ärgert sich über ein paar andere Dinge als die im Spon-Artikel beschriebenen.

  82. 82 Baumi 24. Februar 2009 um 13:44 Uhr

    @Konrad Lischka:

    Keine Frage, hier in den Kommentaren ist wirklich schon so einiges Entlarvendes in der Hinsicht an den Tag gekommen; ich hatte ja auch schon drüben geschrieben, dass Ihr Kommentar eine Menge interessanter Punkte beinhaltete, die man nicht einfach wegreden sollte.

    Allerdings: Wenn so viele Leute offensichtlich nicht kapiert haben, mit welcher Intention das Zitat eingebunden wurde, ist das auch noch ein ziemlich guter Indikator, dass ihr Artikel an dieser Stelle wirklich missverständlich formuliert war. Und das halte ich eher für das Problem als das Verlinken auf die Primärquelle. Finde es immer noch gut, dass Sie das gemacht haben, sonst hätte mannicht einmal die Möglichkeit, die Äußerungen im Zusammenhang gelesen und so das Missverständnis aufzuklären – selbst wenn viele Leser dazu offenbar zu faul sind.

  83. 83 lampe 24. Februar 2009 um 16:05 Uhr

    @buddel:
    ja clockwork orange hat einen tieferen sinn. das was die da mit alex machen als er ausm knast kommt nennt man konditionierung. vereinfacht gesagt hunde erziehung. die (mittlerweile hoffentlich ausgestorbenen) verfechter dieser erziehung, hatten ein mesnschenbild, welches heute leider immernoch von manchen ausgespuckt wird. nämlich (u.a.) dass ein mensch nur auf reize reagiert (seien es positive oder negative). diese annahme hat leider auch „xray“ an den tag gelegt [scheiße man, jetzt finde ich den entsprechenden kommentar nicht mehr. …click, haste den gelöscht?], wenn er behauptet man müsse dem künstler einen anreiz bieten damit er musik macht.

  84. 84 click 24. Februar 2009 um 16:15 Uhr

    @lampe: Nö. Löschen wäre viel zu einfach. Aber viel Spass beim suchen!

  85. 85 Anonymous 25. Februar 2009 um 9:52 Uhr

    @Ceester:

    Wie kommst du darauf, dass MySpace keine Urheberrechtsabgaben zahlt, für dasZeug, dass über ihre Seiten gestreamt wird?

    Aber hallo, glaub mal!

  86. 86 Johannes 25. Februar 2009 um 10:06 Uhr

    @ Ceester:

    Spielt es denn eine Rolle, ob ich ein Musikstück ONLINE HÖRE (von Polydor autorisiert) oder es LOKAL auf meinem Handy speichere? Wo liegt da der Unterschied? Wo schade ich dem Künstler oder dem Verlag, wenn ich einen Song runterlade, den sie ohnehin verschenken? Sag es mir! Das Ergebnis ist doch das Gleiche, Tom, ich höre die Musik KOSTENLOS, FÜR UMSONST UND JEDERZEIT wenn ich es möchte!

    ja, es spielt ein rolle. für ein stück, dass im radio läuft, bezahlt der sender an den urheber. für ein stück, dass bei last.fm läuft, fließt auch eine vergütung pro abruf. mit youtube gibt es auch vereinbarungen diesbezüglich, bei myspace weiss ich es nicht genau, aber mit sicherheit wird verhandelt. wenn du ein stück (wahrscheinlich eher ein ganzes album) bei pirate bay lädst, dann verdient der künstler, das label und der verlag nicht mit.

  87. 87 Urgentman 25. Februar 2009 um 15:39 Uhr

    Herzlichen Glückwunsch an Click, der Blog und wahrscheinlich auch die neue LP/CD wird ja, dank Spiegel.de oder wo auch immer, zum Selbstläufer.

    Was mich an der ganzen Sache hier stört, das sich Künstler / Endkunden bzw. Endkunden / Endkunden ordentlich auf die Fresse hauen. Die Gründe warum, will ich mal hingestellt lassen, jeder hat ein bisschen recht.

    Aber der „Endkunde“ kriegt nix, aber auch rein gar nix über die Abmachungen zwischen Label/Plattenfirma und Künstler zu hören. Was machen den Künstler, die die Chance haben, über ein Label publik zu werden, dabei aber fast nix verdienen? Wehren sich „die“ gegen die Plattenfirmen/Label?
    Was ist mit Künstlern, die schon seit Jahren Knebelverträge mit Plattenfirmen haben und weniger verdienen , als ihnen zustehen würde? Trauen die sich zu rebellieren? Und vor allem: bei wieviel Künstlern ist das so?

    Es soll mir kein Künstler und noch viel weniger die Plattenfirmen rumheulen, das Filesharing Diebstahl ist. Filesharing ist eine existierende Technologie die mittlerweile einen beträchtlichen Teil der Kommunikation im Web darstellt. Nur muss man geschickt die Technologie zu nutzen wissen. Und das haben die Plattenfirmen und auch viele Künstler einfach verpennt. Und durch Klagen wird man das Monster nicht bändigen können.

    Es geht einzig und alleine darum, wie der Künstler und die Labels angemessen Vergütet werden, mit relativ kleinem Schwund an „Diebstahl“. Und da ist leider Gottes noch kein wirklich sinnvolles Model entstanden. Nur den Weg, den die meisten Labes eingeschlagen haben --> Piratenbucht, ist mit Sicherheit nicht der richtige.

    Ich plediere für den Obulus direkt an den Künstler. Mir wäre es sogar lieber, ich würde das „Kunstwerk“ beim Künstler/Label saugen. Dann weiss ich wenigstens, das der Künstler/Label die Kohle kriegt und nicht im Moloch der Plattenmultis und dem anhängenden Geschwür verschwindet. Ausserdem hab ich einen persönlicheren Bezug zum Künstler geschaffen und keine anonyme CD im Laden gekauft!

    Ich hab ne Flatrate. Ob ich daraus Kultur mache, liegt an mir selbst und – natürlich – am existierenden Angebot.

  88. 88 Marius 27. Februar 2009 um 5:49 Uhr

    @ Lampe: Klassische Konditionierung klappt immernoch, sorry, ist so. Und in der „unschönen“ Variante ist der positive Reiz das Geld, in der „schönen“ Variante ist der positive Reiz die emotionale Befriedigung die das künstlerische Schaffen einem bringt. Aber ja, dennoch ein Konzept über das sich auch etwas weiterentwickelt hat, in der Praxis aber durchaus taugt.

    Zum eigentlichen Thema: Die Musiker/Produzenten/alle anderen die an dem Markt verdienen wissen schon lange dass es das Internet gibt, dass darüber so schlimme Verbrechen wie „Raub“kopien laufen und und und…

    Es soll Leute geben die haben abertausende Musikstücke nicht legal erworben, sie hätten sich diese aber auch nicht legal erworben, ergo ist dies auch kein Verlust für die, die jammern.

    Dann ist ein Großteil der, die nur saugen, doch gar nicht in einem Alter das finanziell überhaupt die Möglichkeiten bietet Alben zu kaufen. Warum diesen diese Musik vorenthalten, insbesondere wenn es eben kostenlos angeboten werden kann?

    Und dann gibts noch Leute wie viele, die gerade erst durch die freie Verfügbarkeit auf Alben kommen, die sie vorher nie kennengelernt hätten. Die schneller Musiktipps austauschen, reinhören können, die dank last.fm o.ä. sofort ähnliche Künstler finden, dort dann wieder Alben saugen können usw. Und die dann die Sachen, die sie toll finden, kaufen. Ich hab nicht viel Geld als Student, dennoch geht ein Großteil für Musik drauf, da man was zum Anfassen, zum Auflegen, zum bewussten Hören etc. will.

    Blöd ist die Sache nur für Künstler, die einfach schlecht sind bzw. medial gepusht werden. Die Verfügbarkeit der Vielfalt der Musikwelt, die früher niemals so groß war, lässt diese untergehen. Na ja, whatever.

    Ich find es toll dass ich theoretisch(!) mir jetzt so gut wie jedes Musikstück runterladen kann und jetzt reinhören kann. Und dennoch freu ich mich dann, sollte es gut sein, dieses Album auf Vinyl in meinen Plattenspieler zu legen, die Nadel drauf gleiten lassen und dann mit dem Cover in der Hand mir im Bett liegend Gedanken über die Musik zu machen…

    Und zum Schluss, Bands/Künstler die wegen den bösen Raubkopien im Internet rumheulen sind einfach nur Memmen (oder überaus beschränkt), alsob sich da irgendwann irgendwie wieder was ändern würde, an der omnipräsenten Verfügbarkeit der Musik.

    Aber ich hab CCD eh so verstanden dass es ihm Primär darum ging dass das Werk nicht von ihm, sondern von jemand anderem veröffentlicht wurde. Na ja, das nächste mal einfach den Termin früher legen – und vielleicht das Leck finden, soviele Leute werden das wohl noch nicht gehabt haben.

  89. 89 Seth 26. Juni 2009 um 23:47 Uhr

    wieso lässt du die leute nicht bezahlen BEVOR sie sich das album anhören können, google mal nach Copycan, als betrag würde ich einfach deinen gewinn nehmen vom letzten Album und ein bissel was draufpacken, musst du für dich mal ausrechenen ob sich das lohnt.
    Es ist schlicht unmöglich diesen Missbrauch einzudämmen ohne die Informationsfreiheit zu missachten, die leute lassen sich ja nichteinmal von Millionenklagen abschrecken.

    mfg
    seth

  90. 90 Anonymous 30. August 2010 um 9:24 Uhr

    Hi there, I dont know if I am writing in a proper board but I have got a problem with activation, link i receive in email is not working…

  91. 91 Anonymous 08. September 2010 um 7:06 Uhr

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